Direkt zum Inhaltsbereich

Tips zur Analgesie bei alten Multimorbiden

MÜNCHEN (wst). Um auch schwere Tumorschmerzen effektiv zu unterdrücken, sind Opioide in oft hohen Dosierungen unverzichtbar. Da die meist älteren multimorbiden Patienten auf weitere Medikamente angewiesen sind, ist es wichtig, darauf zu achten, daß die Schmerzmittel möglichst wenig interagieren und kumulieren.

Veröffentlicht:

Ein in diesem Sinne ideales Opioid der WHO-Stufe III für solche Patienten sei Hydromorphon (etwa Palladon®), so Dr. Uwe Junker vom Sana Klinikum Remscheid. Das orale Opioid ist in retardierter Form zur zweimal täglichen Basismedikation, unretardiert zur zusätzlichen Bedarfsmedikation bei Durchbruchschmerzen verfügbar. Das sagte Junker auf einem Symposium, das die Unternehmen Hoffmann-La Roche und Mundipharma organisiert hatten.

Da Hydromorphon unabhängig von Cytochrom P450 verstoffwechselt wird, sind kaum Interaktionen mit anderen Medikamenten oder Nahrungsmitteln zu erwarten. Auch komme es bei Leber- oder Niereninsuffizienz zu keiner wesentlichen Kumulation aktiver Metaboliten.

Junker erinnerte daran, daß das Schmerzempfinden häufig einer zirkadianen Rhythmik unterliegt und von der Aktivität abhängt. Diesen Gegebenheiten werde man erfahrungsgemäß schon mit einer Basisanalgesie gerecht: mit einem oralem Retard-Opioid, zweimal am Tag.

Reichen bei schweren Tumorschmerzen Opioide in vigilanzerhaltender Dosierung nicht aus, um die Schmerzen zufriedenstellend zu lindern, sind individuell geeignete Kombinationspartner zu wählen. Gehen die Schmerzen hauptsächlich von Knochen und Gelenken aus, stellen COX-2-Hemmer und NSAR Partner der Wahl dar.

Allerdings sei damit besonders bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion Vorsicht geboten. Bei Muskelschmerzen könne Flupiritin eine gute Ergänzung sein, bei viszeralen Schmerzen Metamizol. Bei Phantomschmerzen und sonstigen neuropathischen Schmerzen, etwa wenn Tumoren in Nervengewebe hineinwachsen, plädierte Junker für Gabapentin oder Pregabalin.



STICHWORT

Opiat-induzierte Übelkeit

Opiate und Opioide können bekanntlich in der Anfangsphase ihrer Verordnung Übelkeit und Erbrechen hervorrufen, was oftmals zu Complianceproblemen führt. Diese unerwünschten Wirkungen verschwinden aber nach spätestens zehn bis 14 Tagen spontan. Um sie bis dahin zu unterdrücken, rät Dr. Uwe Junker aus Remscheid zur befristeten Applikation von Haloperidol oder Metoclopramid. Reicht der Effekt nicht aus, setzt der Schmerztherapeut auf einen 5-HT3-Antagonisten.

Mehr zum Thema

Fünf-Jahres-Daten publiziert

Kniegelenkarthrose: Stoßdämpfer hilft wohl, die Knie-TEP zu verzögern

Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

Lesetipps
Eine Frau zieht einen Kompressionsstrumpf auf ihr rechtes Bein.

© Itana / Stock.adobe.com

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?