Direkt zum Inhaltsbereich

Erwachsene

Tonsillektomie kann sich lohnen

Patienten, denen die Mandeln entfernt wurden, erkrankten seltener an Pharyngitis und hatten weniger Fehlzeiten am Arbeitsplatz.

Veröffentlicht:

OULU. Finnische Forscher haben den Nutzen einer Tonsillektomie analysiert, indem sie operierte und nicht operierte Patienten mit rezidivierenden Pharyngitiden verglichen (CMAJ 2013, online 2. April).

Unabhängig davon, ob die Tonsillen entfernt werden oder nicht, treten bei erwachsenen Patienten sehr selten schwere Formen auf.

Wenn sich aber immer wieder aufs Neue eine Pharyngitis einstellt, kommt auch bei Jugendlichen und Erwachsenen irgendwann die Frage auf, ob es nicht besser sei, die Mandeln rauszunehmen.

Operierte hatten an weniger Tagen Halsschmerzen

40 Patienten einer Kontrollgruppe wurden fünf bis sechs Monate beobachtet, dann operiert, 46 Probanden wurden gleich operiert. Nach fünf Monaten hatte ein Patient der Kontrollgruppe und kein Proband nach Tonsillektomie eine schwere Pharyngitis erlitten.

Signifikante Unterschiede zeigten sich in der Zahl der Patienten mit leichter akuter Pharyngitis in diesem Zeitraum: 80 Prozent der Kontrollgruppe versus 39 Prozent der Tonsillektomiegruppe.

Einen Arzt suchten deshalb 43 Prozent der Kontrollprobanden und 4 Prozent der gleich Operierten auf. Insgesamt war die Pharyngitisrate sowie die Zahl der Tage mit (meist leichten) Halsschmerzen, Fieber, Rhinitis und Husten nach einer Tonsillektomie signifikant niedriger als bei den Patienten, die auf ihre Operation warteten.

Das spiegelte sich bei den Fehltagen in der Schule und am Arbeitsplatz wider.

Nutzen einer Operation abwägen

Postoperativ verspürten die Probanden durchschnittlich 17 Tage Halsschmerzen, waren aber insgesamt mit dem Ergebnis zufrieden.

Fazit der Autoren: Erwachsene, die öfter als dreimal im Jahr wegen ihrer Tonsillen krank sind, sodass sie vom Arbeitsplatz fernbleiben und einen Arzt aufsuchen müssen, können von einer Operation profitieren.

Da die Pharyngitiden allerdings auch ohne Op meist nur leicht und viralen Ursprungs sind, sollten bei der Entscheidung für oder gegen einen operativen Eingriff mögliche Komplikationen und Beschwerden durch die Operation gut gegen den Nutzen abgewogen werden. (St)

Mehr zum Thema

Was ist Ursache, was Wirkung?

Metaanalyse: Subjektive Riechstörungen gehen mit Depression einher

Auf klinische Zeichen achten!

Peritonsillarabszess häufig ohne vorausgehende Tonsillitis

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Podcast Dr. Lars Reichstein

© Porträt: Dr. Lars Reichstein, Hamburg | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Stiller Reflux in der HNO-Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, Hohenlockstedt
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungsberichte aus ärztlicher Perspektive

DiGADocs: Hausärzte testen Digitale Gesundheitsanwendungen für Kollegen

Klassifikation von Herztönen nach Auskultation

Zusammenarbeit Mensch und KI: Das Vertrauen kann täuschen

Lesetipps
Amyloid-Antikörper bindet an Nervenzelle.

© ustas / stock.adobe.com

Rückblick

Ein Jahr Alzheimer-Antikörper: Was sich getan hat

Richterhammer und Klemmbrett

© Andrii / Stock.adobe.com

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus

© iLexx / Getty images / iStock

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind