Trikuspidalklappeninsuffizienz: Wer ist ein guter Kandidat für das Edge-to-Edge-Verfahren?

Eine Trikuspidalklappeninsuffizienz geht mit einer ungünstigen Prognose einher. Manchen Patienten kann mit einem katheterbasierten Clip-Verfahren geholfen werden. Welche das sind, wurde auf dem ESC-Kongress in München diskutiert.

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Trikuspidalklappeninsuffizienz: Wer ist ein guter Kandidat für das Edge-to-Edge-Verfahren?

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Die Trikuspidalklappe gilt als vergessene Klappe. Dass man sie aber keinesfalls außer Acht lassen sollte, machten Experten auf dem ESC-Kongress in München deutlich. Die Trikuspidalklappeninsuffizienz sei ein zunehmendes Problem, berichtete Dr. Jose Luis Zamorano Gomez aus Madrid. „Mehr als 0,8 % der Bevölkerung leidet zumindest an einer moderaten Trikuspidalklappeninsuffizenz.“ Und, so PD Dr. Philipp Lurz, Leipzig, dies sei ein „unabhängiger Prädiktor für die Mortalität“.

Die bisherigen Therapieoptionen sind allerdings begrenzt. Bei vielen Patienten mit sekundärer Trikuspidalklappeninsuffizienz ist ein chirurgischer Ersatz aufgrund des hohen Operationsrisikos nicht möglich. Für solche Patienten könnte das minimalinvasive katheterbasierte Edge-to-Edge- Verfahren eine Möglichkeit darstellen, um die Insuffizienz zu beheben.

Das MitraClip®-System (Abbott Vascular) wird bisher überwiegend zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz eingesetzt. Fallserien und retrospektive Registerstudien deuten aber darauf hin, dass das Edge-to-Edge-Verfahren auch bei Patienten mit Trikuspidalklappeninsuffizienz erfolgreich eingesetzt werden kann. Der Vorteil: Die klinische Erfahrung mit dem Clip ist groß.

Bei der Trikuspidalklappeninsuffizienz sei die Evidenz aber bislang noch limitiert, so Lurz. In einer Multicenterstudie mit 64 Patienten lag die Erfolgsrate mit dem Clip bei immerhin 87 %, die Regurgitation konnte reduziert werden, es waren Verbesserungen in der NYHA-Klasse und im 6-Minuten-Gehtest zu verzeichnen. In einer weiteren Serie mit 50 Patienten war bei 90 % der Patienten nach sechs Monaten immer noch eine Reduktion der Trikuspidalklappen-Regurgitation zu sehen, auch hier verbesserte sich die Herzinsuffizienz-Symptomatik bei den meisten Patienten (79 %) nach der Prozedur.

Anatomie der Klappe ist wichtig für den Therapieerfolg

Wie Lurz betonte, hängen die Erfolgsraten stark von den anatomischen Begebenheiten der Klappe ab, d. h., nicht jeder Patient sei geeignet für das Clip-Verfahren. Wesentlich sind die Lokalisation und das Ausmaß des Koaptationsdefektes. Gute Kandidaten seien solche mit einem kleinen Defekt. Ist die „Gap“ nicht größer als 7,2 mm, kann man Studien zufolge mit einer Erfolgsrate von über 70 % rechnen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit verläuft der Eingriff erfolgreich, wenn die Insuffizienz dann noch zentral/anteroseptal lokalisiert ist (Erfolgsrate: 92 versus 71 % bei einer nicht zentralen/nicht anteroseptalen Lage).

Weitere Studienergebnisse mit Spannung erwartet

Mehr Informationen zur geeigneten Patientenselektion werden von den Ergebnissen der im August 2017 angelaufenen prospektiven CE-Zulassungs-Studie TRILUMINATE erwartet. Bei 85 Patienten mit symptomatischer moderater oder schwererer (≥ 2+) Trikuspidalklappenregurgitation werden Effektivität und Sicherheit des Trikuspidalklappen-Reparatur-Systems (TVRS) geprüft. Eingeschlossen werden aber auch hier nur Patienten, deren Trikuspidalklappen-Anatomie für einen solchen Eingriff infrage kommt, erfasst via transthorakaler und transösophagealer Echokardiografie (TTE und TEE).

Primärer Endpunkt ist die Reduktion der Trikuspidalklappeninsuffizienz (um ≥ 1 Grad) 30 Tage nach dem Eingriff sowie die Rate von schweren unerwünschten Ereignissen (MAE) innerhalb der nächsten sechs Monate.

Veronika Schlimpert

Quelle: Symposium beim ESC-Kongress in München, 25.8.2018; Veranstalter: Abbott Vascular

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