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Trockene Altershaut bedarf intensiver Pflege

Auch vor der Haut macht das Alter nicht halt. Typische Veränderungen beeinträchtigen die Hautfunktion und begünstigen Dermatosen. Ärzte sollten Betroffene daher auf eine gute Hautpflege hingeweisen.

Dr. Ulrike MarondeVon Dr. Ulrike Maronde Veröffentlicht:
Gute Hautpflege dient nicht nur der Schönheit, sondern beugt auch altersbedingten Dermatosen vor.

Gute Hautpflege dient nicht nur der Schönheit, sondern beugt auch altersbedingten Dermatosen vor.

© Andy N. / panthermedia

LEIPZIG. Das Alter macht auch vor der Haut nicht halt. Erste alterungsbedingte Hautveränderungen können sich schon ab 30 Jahren bemerkbar machen. Ihr Ausmaß hängt wesentlich von äußeren Einflüssen wie Sonnenexposition und Klima sowie vom Pigmentierungstyp ab.

Mit zunehmendem Alter kommt es zu charakteristischen Hautveränderungen: Der Lipidgehalt in der Subkutis nimmt ab. Das Bindegewebe verliert seine normale Faserstruktur und seine Wasserbindungsfähigkeit, der Hautturgor sinkt. Die Schweiß- und Talgdrüsensekretion geht zurück. Bei alten Menschen lässt sich außerdem ein Harnstoffmangel im Stratum corneum nachweisen.

Dadurch, dass einige Substanzen, die für den Aufbau des schützenden Hydrolipidfilms notwendig sind, nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden, wird die Barrierefunktion der Haut beeinträchtigt.

Diese kann sich schlechter vor zu starker Wasserverdunstung schützen. Die Folge: Die Haut trocknet aus, wird spröde und rau. Diese Hautveränderungen beeinflussen zudem die Hautdurchblutung sowie die Aufnahme und Resorption von Lokaltherapeutika.

Hauttrockenheit (Xerosis cutis) und altersbedingte systemische Beeinträchtigungen wie verminderte Immunkompetenz und erhöhte Infektanfälligkeit, Hormonstörungen, Gefäßinsuffizienz und Atherosklerose begünstigen die Entwicklung von Altersdermatosen.

Trockene Haut bedarf besonderer Pflege, betonen Dr. Claudia Mügge von der Universität Leipzig und Kollegen (Dermatologie Praxis 2010; 1: 20). So sollten sich die Betroffenen nach jedem Vollbad möglichst rasch eincremen.

Generell sollte der gesamte Körper - einschließlich der Füße - einmal pro Woche eingecremt werden. Bei sehr trockener Haut kann dies bis zu dreimal täglich sinnvoll sein.

Als Hautpflegeprodukte sind lipidreiche Wasser-in-Öl-Emulsionen geeignet, die mit feuchtigkeitsbindenden Substanzen versetzt sind. Ziel dabei ist, nicht nur für eine ausreichende Rückfettung, sondern auch für eine gute Feuchtigkeitszufuhr und eine Erhöhung der Wasserbindungskapazität zu sorgen.

Bewährte Feuchthaltefaktoren in Pflegeprodukten sind Glyzerin (5 bis 10 Prozent) und Harnstoff (3 bis 10 Prozent). Gut wirksam ist zum Beispiel eine Kombination von Glyzerin und Harnstoff (jeweils 5-prozentig).

Harnstoffmangel im Stratum corneum kann durch aminosäurehaltige Externa (L-Arginin) verringert werden. Bei Patienten mit stark ausgeprägter Altershaut kann vorübergehend auch ein topisches Kortikosteroid angewandt werden, gefolgt von individuell geeigneten Hautpflegemaßnahmen zur Rezidivprophylaxe.

Patienten mit trockener Haut sollten darauf hingewiesen werden, wie wichtig regelmäßige Hautpflege ist und welche positiven Effekte dadurch zu erreichen sind. So werden der Lipid- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut wieder erhöht, die Hydratation wird gesteigert und der transepidermale Wasserverlust vermindert.

Gleichzeitig geht der Juckreiz zurück und mögliche Hautschäden durch Kratzen werden vermieden. Auch Hautdurchblutung und Lymphabfluss verbessern sich. Letztlich wird also die Barrierefunktion der Haut gestärkt. Auf das Einreiben mit alkoholischen Lösungen, etwa mit Franzbranntwein, sollte verzichtet werden, da diese die Schutzfunktion stören.

  • Entzündliche Dermatosen: bullöses Pemphigoid oder Herpes zoster
  • Alterstypische Hyperplasien und Tumoren: seborrhoische Keratosen (z. B. Lentigo senilis), aktinische Keratose, Basaliome, Lentigo maligna, seborrhoische Warzen, senile Talgdrüsenhyperplasie
  • Pruritus senilis
  • Exsikkationsekzem
  • Dermatosen durch Hautatrophie: Purpura senilis (erhöhte Verletzlichkeit), atrophe Balanitis oder Chondroermatitis helicis nodularis
  • Ulcus cruris

Quelle: C. Mügge et al.

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