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Trotz Teilerfolgen weiter Bedarf an Organspenden

MÜNCHEN (wst). In Bayern wurden in diesem Jahr bis November 675 postmortal gespendete Organe verpflanzt. Voraussichtlich wird damit bis Ende 2007 ein neuer Jahresrekord erzielt. Dies darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Spenderorgane nach wie vor Mangelware sind und jeden Tag in Deutschland drei Menschen, die auf ein fremdes Organ warten, sterben.

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Auf den Organmangel hat die bayerische Sozialministerin Christa Stewens auf einer Pressekonferenz bei der Präsentation eines neuen Lehrfilms für Klinikpersonal zu Transplantationen in München erneut hingewiesen. Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Sozialministerium und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Stewens Angaben zufolge warten in Deutschland derzeit etwa 11 500 Menschen auf ein Organ, allein in Bayern sind es 1700. Notwendig sei dabei nicht nur mehr prinzipielle Spendebereitschaft, sondern ein Mehr an ausgewiesener Organspende-Bereitschaft. Denn: Mehreren Umfragen zufolge beurteilen etwa 80 Prozent der Bevölkerung eine Organspende positiv. Verbindlich erklärte Organspender, etwa indem sie einen Spenderausweis bei sich tragen oder Angehörige klar darüber informiert haben, sind aber nur 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung.

Die in Österreich praktizierte Widerspruchslösung - also jeder, der sich nicht dokumentiert dagegen ausspricht, kommt im Todesfall als Spender in Betracht - wird in Deutschland etwa vom Deutschen Ärztetag abgelehnt. Stewens hofft nun, dass ein Vorschlag von ihr realisiert wird: Auf der geplanten elektronischen Gesundheitskarte sollte sich jeder Krankenversicherte verpflichten müssen, die Frage zur postmortalen Organspende-Bereitschaft mit "Ja", "Nein" oder "keine Aussage" zu beantworten. Die Option "keine Aussage" wäre dabei mit dem jetzigen Status eines Menschen ohne Organspende-Ausweis oder anderweitig dokumentierte Erklärung identisch. Das heißt, eine Organentnahme wäre nur möglich, wenn engste Angehörige zustimmen.

Wer bereit ist, nach dem Tod Organe zu spenden, solle aber nicht auf künftige Regelungen warten, sondern dies schon jetzt per Organspende-Ausweis kundtun, appellierten DSO-Mitglieder in München.

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