Tuberkulose

Trotz sinkender Inzidenz - TB bleibt in Deutschland eine Gefahr

BERLIN (mut). Die Zahl der Tuberkulose-Neuerkrankungen in Deutschland ist weiter gefallen. Auch der Anteil der Infektionen mit resistenten TB-Erregern ist zurückgegangen. Arznei-Resistenzen sind jedoch weiterhin ein ernstes Problem bei der TB-Therapie, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin.

Veröffentlicht: 18.03.2008, 05:00 Uhr

Eine Woche vor dem Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März hat das RKI die neusten Zahlen zu TB-Erkrankungen in Deutschland bekannt gegeben. Sie beziehen sich auf das Jahr 2006. Danach sank im Jahr 2006 die Anzahl der neu registrierten TB-Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 600 auf bundesweit 5402.

Auch der Anteil der Patienten mit Medikamenten-resistenten Erregern ist zurückgegangen, und zwar von 13,5 Prozent im Jahr 2005 auf 12,8 im Jahr 2006. Dennoch erschwerten resistente TB-Erreger die Therapie der Patienten, berichtet das RKI. So war der Behandlungserfolg bei Patienten, die mit einem multiresistenten Erreger infiziert waren, mit etwa 68 Prozent deutlich niedriger als bei Patienten mit einem sensiblen Stamm (80,5 Prozent). Auch sind 2006 mehr Menschen an TB gestorben als noch 2005 (201 versus 188).

Anlass zur Hoffnung gibt die Entwicklung bei multiresistenten Keimen, also solchen, bei denen die beiden Erstlinien-Antibiotika Rifampicin und Isoniazid nicht mehr wirken. Hier sank der Anteil auf 2,2 Prozent, 2005 waren es noch 2,7 Prozent, im Jahr 2004 noch 2,5 Prozent.

Von den neu registrierten Patienten wurde fast die Hälfte (43,3 Prozent) im Ausland geboren, davon knapp ein Fünftel in einem Nachfolgestaat der ehemaligen Sowjetunion. Problematisch ist nach Angaben des RKI auch, dass bei den im Ausland geborenen Patienten häufiger Resistenzen gegen Tuberkulose-Medikamente zu finden waren.

Weltweit erkranken nach WHO-Angaben jährlich neun Millionen Menschen neu an TB, etwa zwei Millionen sterben daran.

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