WHO-Bericht

Tuberkulose bleibt tödlichste Infektionskrankheit

1,6 Millionen Menschen starben im vergangenen Jahr an Tuberkulose, berichtet die WHO. Damit bleibt TB die tödlichste Infektionskrankheit der Welt.

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Die WHO schätzt, dass weltweit zehn Millionen Menschen im vergangenen Jahr an Tuberkulose erkrankt sind.

Die WHO schätzt, dass weltweit zehn Millionen Menschen im vergangenen Jahr an Tuberkulose erkrankt sind.

© Zerbor / stock.adobe.com

NEW YORK. Tuberkulose (TB) ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiterhin die tödlichste Infektionskrankheit der Welt. 1,6 Millionen Menschen starben 2017 an Tuberkulose, wie die WHO in ihrem neuen Jahresreport berichtet.

An zweiter Stelle steht HIV/Aids. An den Folgen einer Infektion mit dem HI-Virus starben nach UN-Angaben im selben Jahr rund 940.000 Menschen.

Die WHO geht in ihrem am Dienstag in New York veröffentlichten Tuberkulose-Bericht von schätzungsweise zehn Millionen Menschen aus, die 2017 weltweit an Tuberkulose erkrankten.

Offiziell verzeichnete die WHO zwar nur 6,4 Millionen Fälle. Die Schätzung liegt aber deutlich höher, weil Fälle oft nicht gemeldet oder falsch diagnostiziert würden.

In Deutschland gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) im vergangenen Jahr 5542 gemeldete TB-Fälle.

Zum Vergleich: In den Jahren zwischen 2008 und 2014 waren es jeweils weniger als 5.000 Fälle, von 2001 bis 2003 hingegen über 7.000 Fälle (siehe nachfolgende Grafik).

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HIV-Infizierte haben erhöhtes TB-Risiko

Menschen, die mit HIV infiziert sind, erkranken besonders leicht an Tuberkulose. Wegen ihres geschwächten Immunsystems haben sie ein bis zu 50-fach erhöhtes Risiko. Eine Tuberkulose-Infektion kann wiederum den Ausbruch von Aids beschleunigen.

Tuberkulose wird oftmals als "Armutskrankheit" bezeichnet, weil sie vor allem in strukturschwachen Regionen in Afrika, Osteuropa und Zentralasien verbreitet ist.

Zwei Drittel der Neuinfektionen wurden 2017 in Indien, Indonesien, China, Pakistan, Bangladesch, Nigeria, Südafrika und auf den Philippinen registriert.

In den meisten Ländern sei ein Ende der Tuberkulose eher ein "Ziel als Wirklichkeit", heißt es im Bericht. Tuberkulose-Fälle gibt es aber weltweit und in allen Altersgruppen.

In Europa sowie Nord- und Südamerika wurden sechs Prozent aller Fälle gemeldet. Rund ein Viertel der Weltbevölkerung ist mit entsprechenden Bakterien infiziert, aber nur ein kleiner Anteil der Infizierten erkrankt tatsächlich an TB.

In der Behandlung gibt es Fortschritte. Zwischen 2000 und 2017 entgingen dank entsprechender Behandlung schätzungsweise 54 Millionen TB-Kranke dem Tod, heißt es bei der WHO. Die Sterblichkeitsrate der Erkrankten fällt demnach pro Jahr um rund drei Prozent. (dpa/ths)

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