Tumorkranke geben Ärzten gute Noten

BERLIN (gvg). Krebspatienten sind mit der Arbeit niedergelassener Ärzte in Deutschland weitgehend zufrieden. Sie fühlen sich überwiegend Ernst genommen und gut informiert.

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Das zeigt eine Patientenbefragung zur Qualität der onkologischen Versorgung in Deutschland. An der PASQOC-Befragung (Patient Satisfaction and Quality of Oncologic Care), die im Jahr 2004 zum zweiten Mal stattfand, nahmen 4615 Patienten teil. Sie mußten dafür einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen.

"Insgesamt sind die Ergebnisse sehr erfreulich", sagte der Onkologe Professor Ulrich Kleeberg aus Hamburg. So äußerten nur 34 Prozent der befragten Patienten, daß sie sich von ihrem jeweiligen Arzt nicht richtig Ernst genommen fühlten oder schlecht informiert wurden.

In vergleichbaren internationalen Studien liege dieser Wert oft bei 75 Prozent, sagte Kleeberg auf einer Veranstaltung des Unternehmens HEXAL beim Deutschen Krebskongreß in Berlin. Allerdings gab jeder zweite Patient an, über unerwünschte Therapiewirkungen nicht angemessen unterrichtet worden zu sein. "Hier haben wir offenbar noch Nachholbedarf", sagte Kleeberg.

Dr. Bernd Flath von der Charité Berlin machte darauf aufmerksam, daß die Patientenzufriedenheit auch entscheidend von einer erfolgreichen Supportivtherapie abhänge. Wer Patienten aufgrund von Schmerzen, Fatigue oder Kachexie erfolgreich therapiere, habe zufriedenere Patienten, so Flath.

Besonders augenfällig sei das bei der Tumordepression, von der etwa jeder fünfte Tumorpatient betroffen ist. Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer seien auch für Nicht-Spezialisten eine gute Therapieoption.

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