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US-Infektiologen fordern Impfpflicht für Mitarbeiter in Kliniken und Heimen

NEU-ISENBURG (eis). Eine verpflichtende Grippe-Impfung für medizinisches Personal wird von führenden US-Infektiologen gefordert. Die Society for Healthcare Epidemiology of America (SHEA) und die Infectious Diseases Society of America (IDSA) unterstützen ein entsprechendes Positionspapier.

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Künftig soll eine Grippe-Impfung Voraussetzung für eine Beschäftigung in einer medizinischen Einrichtung in den USA sein.

Künftig soll eine Grippe-Impfung Voraussetzung für eine Beschäftigung in einer medizinischen Einrichtung in den USA sein.

© Digitalpress / fotolia.com

In dem Papier werden Influenza-Impfungen von medizinischem Personal als ein Kernpunkt zur Patientensicherheit bei Influenza-Ausbrüchen gesehen. Die Impfung soll dabei Voraussetzung für jede Beschäftigung in einer medizinischen Einrichtung sein, und zwar unabhängig davon, ob der Mitarbeiter direkten Patientenkontakt hat oder nicht.

Auch für Studenten, freiwillige Helfer und Vertragsarbeiter in den Einrichtungen sollen die Regelungen gelten. Einzige Ausnahme von der Pflicht sind Kontraindikationen zur Impfung.

Die Pflichtimpfung ist dabei der Eckpunkt eines Maßnahmenkatalogs zur Influenza-Prävention in medizinischen Einrichtungen. Dazu gehören außerdem die Identifikation und Isolierung von infizierten Patienten, Regeln zu Händedesinfektion und Husten-Etikette sowie der angemessene Gebrauch von Schutzausrüstung und der Ausschluss von infiziertem Personal und Besuchern aus den Einrichtungen.

"Impfungen von medizinischem Personal retten Patientenleben und verringern die Zahl der Erkrankungen. Sie schützen zudem den einzelnen Mitarbeiter davor, bei einem Influenza-Ausbruch krank zu werden und an der Arbeit zu fehlen, was wiederum Auswirkungen auf die Patientenversorgung hat", erklärt IDSA-Präsident Dr. Richard Whitley in einer Pressemitteilung seiner Gesellschaft zu dem Papier.

Das Positionspapier ist in Folge der in den USA besonders schweren Schweinegrippe-Epidemie entstanden. Es wurde jetzt passend zu den Vorbereitungen für die nächste Influenza-Saison publiziert.

Besonders mit restriktiven Regelungen lassen sich unbefriedigende Influenza-Impfraten in medizinischen Einrichtungen steigern, berichten kanadische Forscher. Die Forscher haben zwölf Kampagnen in Kliniken und Heimen zur Steigerung der Influenza-Impfraten ausgewertet (CMAJ online). Nur wenig Erfolg hatten dabei Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen.

 

Etwas mehr Erfolg hatten Informations-Kampagnen mit erleichtertem Zugang zur Impfung, etwa Impfsprechstunden vor Ort, berichtet der "Impfbrief online" (www.impfbrief.de). Mehr Erfolg aber hatten starre Regeln: Musste Personal in der Klinik einen Mundschutz tragen, wenn es nicht gegen Influenza geimpft war, erhöht sich die Impfrate in einer Studie von 33 auf 52 Prozent.

 

Auch die Pflicht, ein Formblatt auszufüllen, wenn die Impfung abgelehnt wird, erhöhte die Impfrate von 38 Prozent vor der Maßnahme auf 55 Prozent. (eis)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Mitarbeiter impfen schützt Patienten

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