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Überaktive Blase nicht immer von Dauer

DÜSSELDORF (ars). "Muss ich denn jetzt immer mit den Symptomen einer überaktiven Blase leben?" Diese Frage, die viele Patientinnen nach der Diagnose stellen, können Ärzte mit Hinweis auf eine große schwedische Studie beantworten: Demnach besteht langfristig eine gute Chance auf Remission.

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Im Verlauf von 16 Jahren verschwinden die Symptome vollständig bei knapp der Hälfte jener Frauen, die eine überaktive Blase ohne Inkontinenz haben (trockene ÜAB). Und immerhin ein Viertel der Frauen, bei denen die überaktive Blase von ungewolltem Harnabgang begleitet ist (nasse ÜAB), kann für denselben Zeitraum eine völlige Remission der Beschwerden erwarten. Diese Zahlen belegen, dass der ÜAB dynamische Prozesse zugrunde liegen, die nicht nur fortschreiten, sondern auch zurückgehen, wie Universitätsdozent Stephan Madersbacher beim Uro Update in Düsseldorf erläutert hat.

Bisher sei über den natürlichen Verlauf kaum etwas bekannt gewesen, erläuterte der Urologe vom Donauspital in Wien. Diese Lücke füllt nun die Longitudinalstudie, für die Wissenschaftler aus Göteborg im Zeitraum von 1991 bis 2007 rund 1400 Frauen wiederholt befragt haben (Eur Urol 55, 2009, 783).

Einer einzelnen Frau allerdings, die gerade starke Beschwerden hat, nütze die Hoffnung auf eine spontane Besserung zunächst wenig, so dass eine Anticholinergika-Therapie indiziert sein könne, sagte Professor Markus Hohenfellner aus Heidelberg zur "Ärzte Zeitung". Auf Dauer seien dann Auslassversuche sinnvoll, um zu prüfen, ob die Symptome nachgelassen haben oder ob eine Fortsetzung der Therapie nötig ist.

Typisch für die ÜAB ist der imperative Harndrang mit gehäuften Blasenentleerungen tags und nachts, ohne dass ein Harnwegsinfekt oder andere offensichtlich pathologische Reaktionen vorliegen. Die Störung ist weit verbreitet: Bei Männern und Frauen über 60 hat jeder Fünfte eine ÜAB, wie Madersbacher in einer eigenen Erhebung ermittelt hat.

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