Übergewicht geht auf die Nieren - auch bei Gesunden

WIESBADEN (kat). Schon mäßiges Übergewicht ist schlecht für die Nieren. Und das gilt nicht nur für Nierenkranke, sondern auch für gesunde Menschen.

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Adipositas wirkt sich an den Nieren auf mehrere Weisen aus, so Professor Martin Zeier aus Heidelberg beim Internisten-Kongreß. Bei der renalen Hämodynamik komme es zur Aufhebung der Blutdruck-Autoregulation der Niere: Renaler Hochdruck, Anstieg von glomerulärer Filtrationsrate (GFR) und renalem Plasmafluß (RPF) sowie der Filtrationsfraktion sind die Folgen. Der resultierende Anstieg des transmembranalen Drucks verursache Dilatationen, Schädigungen der präglomerulären Arteriolen und glomeruläre Nierenerkrankungen.

Umkehren ließen sich diese Veränderungen durch Gewichtsreduktion. Es sei nachgewiesen worden, daß sich damit GFR und RPF wieder normalisieren. Parallel dazu normalisierten sich auch die Werte für Plasmaglukose und -insulin, auch wenn noch kein guter BMI erreicht worden war. Speziell das vom Fettgewebe vermehrt gebildete Leptin wirkt sich ungünstig aus. Es induziert die Proliferation glomerulärer Endothelzellen auch bei normalem Blutdruck.

Zudem steigert es die sympathische Aktivität der Niere und führt über einen Anstieg des Blutdrucks zu einer erhöhten Katacholamin-Ausscheidung. Außerdem erhöhe es die Synthese des Gewebshormons TGF und von Kollagen. Leptin vermehrt den oxidativen Stress und bedingt so eine verstärkte Glomerulosklerose und Proteinurie. Besteht bereits eine Nierenerkrankung, ist Leptin ein wichtiger Progressionsfaktor.

Daß bei starkem Übergewicht die fokale segmentale Glomerulosklerose zunimmt, ist seit 30 Jahren bekannt. Bereits ab einem BMI von 25,5 nehme die Inzidenz der terminalen Niereninsuffizienz deutlich zu, so Zeier. Und bei idiopathischer Glomerulosklerose wird das Fortschreiten durch Adipositas beschleunigt: Nach zehn Jahren müssen 60 Prozent der Patienten mit Dialyse behandelt werden.

Auch bei der IgA-vermittelten Glomerulonephritis ist Adipositas ein Risikofaktor für den Nierenfunktionsverlust: In einer Studie mußte Hälfte der Patienten nach etwa zehn Jahren Dialyse-behandelt werden.

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