Kommentar – Xenotransplantation

Umstrittene Tierversuche

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:

Wie man in Industrieländern mit Nutztieren umgeht, blenden die meisten Menschen am liebsten aus. Gelegentlich, etwa bei spektakulären Versuchen wie zur Xenotransplantation von Schweineherzen auf Paviane, gelangt die Kritik daran in die breite Öffentlichkeit. Als „schlimmsten Auswuchs tierexperimenteller Forschung“ hat Silke Strittmater vom Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ die Studie von Forschern um den Herzchirurgen Professor Bruno Reichart in der „Tagesschau-App“ bezeichnet. Außer den ethischen Bedenken bezweifeln die Tierschützer auch den Nutzen. Strittmater: „Heilversprechen aus Tierversuchslaboren kommen immer wieder. Würde man den Versprechen einiger Forscher glauben, wäre Aids seit 1983 besiegt und Krebs seit 1990 ...“.

Die Kritiker blenden aus, dass es durchaus immense Fortschritte durch ethisch bedenkliche Tierversuche gegeben hat. So wurde 1989 das Hepatitis-C-Virus nur entdeckt, weil man Schimpansen (!) mit dem damals unbekannten Erreger infiziert hatte. Das hat die Entwicklung von Diagnostika und Arzneien beschleunigt und Tausenden das Leben gerettet. Ob auch die Xenotransplantation Affen-Versuche rechtfertigt, ist zu diskutieren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft spricht sich zumindest klar dafür aus.

Lesen Sie dazu auch: Meilenstein in der Xenotransplantation: Pavian lebt 6 Monate mit Schweineherz

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