Kommentar zu riskanten Blutdruckschwankungen

Ungesundes Auf und Ab

Nicht nur die Höhe, auch das Schwanken der Blutdruckwerte kann negative klinische Folgen haben. Daten der CARDIA-Studie bestätigen das ein weiteres Mal.

Von Robert Bublak Veröffentlicht: 16.04.2020, 17:46 Uhr

Weisen Patienten stark schwankende Blutdruckwerte auf, wird das oft situativen Ursachen zugeschrieben. Und das ist ja auch nicht verkehrt. Falsch wäre es allerdings, dem hämodynamischen Auf und Nieder die klinische Wertigkeit abzusprechen. Denn selbst dann, wenn sich die Werte im Normbereich befinden, sind systolische oder diastolische Schwankungen mit kardiovaskulären Folgen assoziiert.

Wie schon zuvor, sind es auch diesmal Daten der US-amerikanischen CARDIA-Studie, die auf diesen Umstand hinweisen. Konnten die Forscher schon früher zeigen, dass von Messung zu Messung stark abweichende Blutdruckwerte ein Risiko etwa für koronare Herzkrankheit und Zerebralinsulte darstellen, haben sie sich in ihrer aktuellen Analyse auf die Herzinsuffizienz konzentriert. Und es zeigt sich: Je stärker die Variabilität der verschiedenen Blutdruckmesswerte ausfällt, desto stärker weisen echokardiografische Parameter auf Hypertrophie, systolische und diastolische Funktionsstörungen hin.

Zwar handelt es sich bei den im Herzecho gemessenen Parametern zunächst einmal um Surrogate. Allerdings ist es pathophysiologisch plausibel, dass die schwankenden Drücke zum myokardialen Umbau beitragen. Zu vermuten ist schließlich, dass es weniger die zyklischen Veränderungen des Blutdrucks sind, die ungute Folgen nach sich ziehen. Eher dürften nichtzyklische, erratische Schwankungen die Wurzel des kardialen Übels sein. Das zu klären, wären wohl Langzeitmessungen des Blutdrucks nötig – und nicht nur punktuelle in großem Abstand, wie in CARDIA geschehen.

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