Leitartikel zur Fäkalien-Therapie

Unkonventionell, aber auch effektiv

Die Behandlung mit Stuhl gesunder Spender empfinden viele zunächst als ekelerregend. Patienten mit Clostridien-Diarrhö sehen das differenzierter.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Der Griff zum Klopapier: Durchfall aufgrund resistenter Clostridien schlaucht die Patienten sehr.

Der Griff zum Klopapier: Durchfall aufgrund resistenter Clostridien schlaucht die Patienten sehr.

© jean schweitzer / shutterstock

In der Veterinärmedizin wird die Therapieform mit dem englischen Begriff "transfaunation" bezeichnet: die Übertragung von Darmbakterien zum Beispiel eines gesunden in den Darm eines erkrankten Pferdes, um dessen Darmflora wieder ins rechte Lot zu bekommen.

Die Methode wird von Tierärzten schon lange erfolgreich angewendet. Ende der 1950er Jahre wurde dann erstmals über die Behandlung mit Spenderstuhl bei einem Patienten mit pseudomembranöser Enterokolitis berichtet, und zwar übertragen per Klistier.

Aufsehen hatte das damals wohl nicht erregt und schon gar keine Publikationswelle, denn erst mehr als 20 Jahre später - 1981 - wurde eine weitere Studie veröffentlicht, in der bei gleicher Indikation von einer "dramatischen Linderung der Beschwerden" berichtet wird (Am Surg 1981; 47:178).

Erst vor kurzem haben niederländische Ärzte die Wirksamkeit der Übertragung von Stuhlbakterien in einer Studie mit knapp 50 Patienten mit rezidivierender Clostridieninfektion bestätigt (NEJM 2013; 368:407).

Auch Patienten mit Colitis ulcerosa profitieren offenbar von der ungewöhnlichen Therapie. Ihr Sicherheitsprofil wird als "exzellent" beschrieben.

Was allerdings bei dieser Behandlungsform sehr irritiert - so manch einer wird schon beim bloßen Gedanken an Stuhl als Therapeutikum Ekel empfinden -, das ist vor allem die Art und Weise, wie der aufbereitete Brei eines Spenders verabreicht wird...

Jetzt gleich lesen ... Jetzt gleich lesen ...

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Lesetipps
Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert