Untergewicht bei Patienten mit COPD ist gefährlich

NÜRNBERG (grue). Bei zu niedrigem Körpergewicht ist die Sterberate von Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) erhöht. Die Patienten sollten von Anfang an auf ihr Gewicht achten, denn bei fortgeschrittener Erkrankung ist der Erfolg einer Aufbauernährung begrenzt.

Veröffentlicht:

Bis zu 60 Prozent der COPD-Patienten sind untergewichtig, hat Privatdozent Dr. Joachim Bargon aus Frankfurt am Main beim Pneumologie-Kongreß in Nürnberg berichtet. Nicht nur Fehler in der Ernährung seien dafür die Ursache, sondern auch die Krankheit selbst: Bei der COPD kommt es unter der Einwirkung von Entzündungsmediatoren zum Muskelabbau. Dieser wird durch die zunehmende Inaktivität der Patienten noch beschleunigt.

Außerdem erhöht die erschwerte Atmung den Energieverbrauch ständig, am stärksten jedoch bei körperlicher Belastung. "COPD-Patienten brauchen deshalb eine ausgewogene und energiereiche Ernährung", sagte Bargon. Fällt der Body Mass Index unter 21 kg/m2, sind COPD-Patienten bereits untergewichtig und sollten eine kohlenhydratreiche Zusatznahrung bekommen. Solcher Produkte werden bei Diagnose einer chronischen Erkrankung mit Untergewicht von der GKV bezahlt, sagte der Ernährungsexperte.

Nach seiner Erfahrung falle es COPD-Patienten schwer, ihren erhöhten Kalorienbedarf zu decken. Denn sie müßten zunächst das Rauchen aufgeben. "Greifen die Patienten während der Nikotinentwöhnung ständig zu Sorbitol-haltigen Kaugummis, bekommen sie davon Durchfall und können nicht genug Nährstoffe aufnehmen", so Bargon. "Manche sparen in dieser Zeit auch am Essen, weil sie eine Gewichtszunahme fürchten".

Das sei bei COPD-Patienten aber nicht der Fall, denn der Appetit sei bei wiederholten Infekten eher gering. Keinesfalls sollten die Patienten ihre Kalorienaufnahme erst dann steigern, wenn sie bereits deutlich Gewicht verloren haben.

"Bei schwerer COPD ist der Erfolg einer Ernährungsumstellung eher gering", so Bargon. "Auch bei älteren Patienten mit langjähriger COPD ist es schwer, das Gewicht durch bessere Ernährung dauerhaft anzuheben".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie eine Gynäkologin ihre Krebserkrankung in einem Comic verarbeitet

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Lesetipps
Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Ein Mann zieht an einem riesigen Virus.

© freshidea / stock.adobe.com

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein