Gelbfieber

Unterschiedliche Impfregeln

Die einmalige Gelbfieber-Impfung schützt ein Leben lang und braucht nicht aufgefrischt zu werden: Diese neue WHO-Vorschrift wird möglicherweise nicht in allen Ländern mit Impfpflicht sofort umgesetzt.

Veröffentlicht: 15.07.2016, 05:02 Uhr
Unterschiedliche Impfregeln

© fotolia.com

DÜSSELDORF. Die neue Internationale Gesundheitsvorschrift (International Health Regulations IHR) der WHO zum Gelbfieber-Schutz ist am 11. Juli in Kraft getreten. Danach muss die Impfung nicht mehr - wie bisher empfohlen - alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Die WHO hat entschieden, dass eine Auffrischungs-Impfung aus medizinischen Gründen nicht notwendig ist. Für die Einreise in Länder, die einen Impfschutz gegen Gelbfieber zwingend verlangen, müsste daher künftig der Nachweis einer einmaligen Impfung reichen.

Zunahme in einigen Ländern

Aktuell nehmen aber in einigen Regionen der Welt die Fälle von Gelbfieber zu. Länder in Afrika, Mittel- und Südamerika sowie in Asien verschärfen daher bei der Einreise die Kontrollen des Impfnachweises. So gibt es in Peru, Uganda, Angola und der Demokratischen Republik Kongo Gelbfieber-Ausbrüche.

In weiteren afrikanischen Staaten und in Südamerika wurden ebenfalls einzelne Fälle registriert, importierte Fälle sind unter anderem aus China gemeldet worden. Vor dem Hintergrund der anhaltenden und neuen Ausbrüche von Gelbfieber verschärfen einige Länder Afrikas und Mittel- und Südamerikas sowie Asiens derzeit ihre Kontrollen.

Unklar ist dabei, ob die aktuellen Vorgaben der WHO an den Grenzen tatsächlich sofort umgesetzt werden, berichtet das CRM Centrum für Reisemedizin in einer Mitteilung. Bei der Einreise in viele Staaten in diesen Regionen wird der Nachweis einer Gelbfieber-Impfung gefordert, sofern man aus einem Land mit Gelbfieber kommt oder in einem solchen Land einen Zwischenstopp etwa zum Umsteigen eingelegt hat (Transitverkehr).

"Trotz der verbindlichen WHO-Vorgabe werden wir abwarten müssen, ob diese tatsächlich an allen Grenzen zeitnah umgesetzt werden", betont Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM in der Mitteilung. Vor Reisen in Länder mit Gelbfieberrisiko oder Gelbfieber-Impfpflicht sollte man sich über die Grenzkontrollen informieren.

Gelbfieber wird durch Stechmücken übertragen, beginnt plötzlich mit hohem Fieber und allgemeinen Krankheitserscheinungen, und heilt danach meist aus. Es sind dramatische und tödliche Verläufe möglich mit Hepatitis, Blutungen, gefolgt von Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nieren-Versagen. Für Gelbfieber gibt es eine strenge internationale Meldepflicht. (eb/eis)

Infos zur reisemedizinischen Vorsorge unter http://crm.de/laender/

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Wolfgang P. Bayerl

interessante Formulierung:

"die WHO hat entschieden"


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