Prostata-Hyperplasie

Urologen empfehlen Finasterid zur Prophylaxe

FRANKFURT AM MAIN (ner). Finasterid soll von der europäischen Fachgesellschaft der Urologen (EAU) demnächst zur Prostatakrebs-Prävention empfohlen werden. Mit der Substanz ließ sich in Studien die Prostatakrebsrate um 25 Prozent reduzieren.

Veröffentlicht: 13.06.2006, 08:00 Uhr

Nach Angaben von Dr. Richard Berges von der PAN-Klinik in Köln wird die EAU (European Association of Urology) demnächst ein Konsensus-Statement veröffentlichen, in dem der Nutzen von Finasterid (Proscar®) zur Therapie bei BPH bewertet wird. Darin wird auch herausgestellt, daß die Prävalenz histologisch nachweisbarer Prostatakarzinome mit Finasterid sinkt, sagte Berges bei einer Urologentagung in Frankfurt am Main.

Diese Stellungnahme sei deshalb so bedeutsam, weil es bei Urologen Befürchtungen bei einer Finasterid-Therapie gäbe, so Berges bei einer von MSD unterstützten Veranstaltung. In der Prostate Cancer Prevention Studie (PCPT) war die Prostatakarzinom-Rate mit Finasterid zwar um 25 Prozent geringer als mit Placebo, jedoch war der Anteil fortgeschrittener Karzinome mit der Arznei größer als mit Placebo.

Dies sei jedoch vor allem durch die Reduktion des Prostata-Volumens bei einer Finasterid-Therapie erklärbar: Aufgrund der verkleinerten Prostata unter Verum ist die Wahrscheinlichkeit, per Biopsie einen Herd mit bösartigen Zellen zu erwischen, höher als bei großem Prostatavolumen, sagte Professor Ulf Tunn aus Offenbach.

Vergleiche der Biopsierate und histologischer Präparate nach Prostatektomie haben bestätigt, daß sich die Häufigkeit höhergradiger Tumoren in den Studiengruppen der PCPT-Studie tatsächlich nicht unterschieden hat.

Finasterid erhöhe also die Diagnosewahrscheinlichkeit, wenn bösartige Herde vorhanden sind. Deshalb sollten Männer, mit erhöhtem Prostatakarzinom-Risiko auf die Möglichkeit der Chemoprävention mit Finasterid angesprochen werden.

Falsch sei auch die Ansicht, ein PSA-Anstieg, der ja ein erhöhtes Karzinomrisiko anzeigt, könnte unter dem 5-alpha-Reduktase-Hemmer kaschiert werden, hieß es. Das Arzneimittel habe erwartungsgemäß die PSA-Werte bei den Patienten mit benigner Prostatahyperplasie deutlich gesenkt. Entwickelten diese Patienten jedoch ein Karzinom, sei immer ein PSA-Anstieg registriert worden, sagte Tunn. Die Aussagekraft dieses Anstiegs sei damit sogar höher.

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