Malaria

Vakzine aus Tetrahymena entwickelt

Forscher in Münster arbeiten mit pantoffeltierchenartigen Einzellern, um eine neue Vakzine gegen Malaria zu erhalten.

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MÜNSTER. In Kooperation mit der Universität Edinburgh haben Forschern der Cilian AG, Münster, ein wichtiges Oberflächenprotein von Malaria-Erregern nachgebaut.

Erstmals sei es gelungen, eine Vielzahl von Genvariationen des Erregers zusammenzubringen und auf dieser Basis eine Vakzine zu entwickeln, meldet das Biotechunternehmen. Versuche in Tieren hätten eine starke Immunreaktion ergeben (PLOS ONE 2014; online 29. Januar). Mit rund anderthalb Millionen Euro hat die EU das Projekt gefördert.

Ein wirkungsvoller Impfstoff macht das menschliche Immunsystem ja mit dem Erreger bekannt, bevor die Infektion stattfindet. Das kann etwa durch die Injektion von Oberflächenteilchen oder -proteinen der Schädlinge geschehen, erinnert das Unternehmen in seiner Mitteilung.

Durch die Impfung mit diesen Proteinen bilde der Mensch Antikörper. Problematisch sei dabei jedoch, dass der Malaria-Erreger sehr flexibel ist und sich durch Mutationen verändern kann.

Bauplan kommt aus Edinburgh

Forscher aus Edinburgh hätten alle bekannten Variationen von Oberflächenproteinen des Merozoiten-Stadiums zusammengeführt und den Bauplan des "Super-Proteins" nach Münster geschickt.

Mit einem gentechnischen Verfahren hätten Forscher von Cilian dann Tetrahymena dazu gebracht, das gewünschte Oberflächenprotein zu produzieren. Dieses wird anschließend abgeerntet und gereinigt.

Tetrahymena sind pantoffeltierchenartige Einzeller, die in fast jedem gewöhnlichen See oder Tümpel vorkommen. Vorteil der Tetrahymena sei, dass sie enge Verwandte des Malaria-Parasiten sind. Sie ähneln ihm vom Aufbau und Stoffwechsel her sehr.

Tatsächlich hätten viele andere Versuche, Wirkstoffe gegen Malaria zu entwickeln, nicht zum gewünschten Resultat geführt, erinnert das Unternehmen. Oft hätten die Mittel nur zu geringen Prozentsätzen angeschlagen oder der Erreger entwickelte Resistenzen.

"Das wird die Malaria bei unserem Impfstoff nicht mehr in dieser Form schaffen. Der Erreger wird viel stärker angegriffen", wird Dr. Marcus Hartmann zitiert, Vorstand F & E von Cilian. (eb)

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