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Antikoagulation

Venenthrombosen – DOAK auch im Alltag sicher

Ob nach einer akuten Venenthrombose ein Vitamin-K-Antagonist oder ein DOAK verordnet wird, scheint unter Alltagsbedingungen für die Sicherheit der Therapie unerheblich zu sein.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
Pathogenese der tiefen Venenthrombosen und Lungenembolie.

Pathogenese der tiefen Venenthrombosen und Lungenembolie.

© Chombosan / Getty Images/ iStock | Ärzte Zeitung

CALGARY. In klinischen Studien zur Behandlung und Sekundärprävention von venösen Thromboembolien (VTE) haben direkte orale Antikoagulantien (DOAK) im Vergleich mit Warfarin die gleiche Wirksamkeit und ein ähnliches oder geringeres Risiko für schwere Blutungen gezeigt.

Allerdings sind solche Studien oft nicht dafür ausgelegt, Unterschiede in der Sicherheit aufdecken zu können, zumal Patienten mit Blutungen in der Anamnese üblicherweise von der Teilnahme ausgeschlossen werden.

Um die Sicherheit von DOAK bei Patienten mit tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie besser ausloten zu können, haben daher kanadische Forscher entsprechende bevölkerungsbasierte Gesundheitsdaten aus Kanada und den USA ausgewertet (BMJ 2017; 359: j4323).

"Propensity Matching" verwendet

Für die Analyse nutzten sie die Methode des "Propensity Matching": Einem Patienten mit DOAK wurden bis zu fünf Patienten mit Warfarin gegenübergestellt, die aufgrund etwa von Alter, Begleiterkrankungen und Medikation dieselbe Wahrscheinlichkeit hatten, mit einem DOAK behandelt zu werden.

Auf diese Weise konnten sie insgesamt 12.489 Patienten unter DOAK (94,6 Prozent Rivaroxaban, 4,6 Prozent Dabigatran, 0,8 Prozent Apixaban) mit 47.036 Warfarinpatienten vergleichen. Die Vergleiche wurden zunächst getrennt für die sechs beteiligten Regionen angestellt und dann in einer Metaanalyse zusammengeführt.

Während der Nachbeobachtungszeit von im Mittel 85 Tagen erlitten 3,3 Prozent der Patienten schwere Blutungen – davon 6,7 Prozent intrakranielle und 38,7 Prozent gastrointestinale Blutungen – und 1,7 Prozent starben.

Statistisch betrachtet gab es beim Blutungsrisiko keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen, lediglich zahlenmäßig war eine Tendenz zugunsten der DOAK zu erkennen (relatives Risiko: 0,92). Die Gesamtmortalität unterschied sich ebenfalls nicht signifikant (relatives Risiko: 0,99).

Die Vergleichbarkeit der Therapiesicherheit zeigte sich unabhängig vom Behandlungszentrum sowie von chronischen Nierenschäden, Alter oder Geschlecht der Patienten. Auch eine Ausdehnung des Follow-up auf 180 Tage änderte daran nichts. Anders als in einigen klinischen Studien waren DOAK verglichen mit Warfarin auch nicht mit einer höheren Rate von gastrointestinalen Blutungen belastet.

"DOAK als Behandlungsoption für VTE-Patienten"

"Angesichts der Abwesenheit eines erhöhten Blutungsrisikos und der Vorteile bei der Anwendung, besonders im Hinblick auf Überwachung und Dosierung, sprechen unsere Daten für DOAK als Behandlungsoption für VTE-Patienten", so die Schlussfolgerung der Studienautoren um Min Jun von der Universität Calgary.

Wegen der Dominanz von Rivaroxaban in der Untersuchung empfehlen sie Forscher aber weitere Sicherheitsstudien zu den anderen DOAK; außerdem würden Studien benötigt, die die Sicherheit der DOAK bei VTE-Patienten mit fortgeschrittenen Nierenerkrankungen prüften.

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