Ebola

Verdachtsfälle jetzt auch in Mali

Erstmals meldet jetzt auch Mali Ebolafälle. Damit wären bereits vier Staaten in Westafrika von dem Ausbruch betroffen.

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NEU-ISENBURG. Meldungen über neue Fälle der Ebola-Viruskrankheit aus weiteren Staaten Westafrikas lassen Befürchtungen aufkommen, der Ausbruch in der Region könnte größer sein als bislang angenommen. Am Freitag meldete Mali drei Verdachtsfälle der hämorrhagischen Viruserkrankung.

Der Staat grenzt im Nordosten an Guinea, das das Epizentrum des jetzigen Ausbruchs ist. Würden sich die Fälle bestätigen, wären insgesamt vier Staaten betroffen. Verdachtsfälle und bestätigte Erkrankungen werden auch aus Liberia und Sierra Leone gemeldet.

Aufregung in Frankreich

Derweil ist die Zahl der Todesopfer in Guinea nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums auf 86 gestiegen. Nicht bei allen Fällen liegt jedoch eine laborbestätigte Diagnose vor. Auch in Liberia ist die Zahl der Todesopfer auf mittlerweile sieben gestiegen. Insgesamt gibt es dort 14 Verdachtsfälle.

Sorgen bereitet lokalen Hilfskräften der Bericht eines Waldarbeiters in Libera. Er war mit den typischen Symptomen der Ebola-Viruskrankheit gestorben - allerdings 250 Meilen von der Grenze zu Guinea entfernt Nahe der Stadt Tapeta. Er soll keinerlei Kontakt zu Erkrankten aus Guinea gehabt haben.

Wenn sowohl die Diagnose als auch der fehlende Kontakt bestätigt würden, wäre dies ein Indiz auf einen parallelen Ausbruch, mindestens aber auf einen parallelen Infektionsweg.

In Frankreich sorgte am Freitagmorgen ein Flug aus der guineischen Hauptstadt Conakry für Aufruhr: Das Flugzeug mit 187 Passagieren an Bord wurde am Pariser Flughafen Charles-de Gaulle zwei Stunden unter Quarantäne gestellt, weil Flugbegleiter bei einem Passagier Fiebersymptome erkannt haben wollten. Kurze Zeit später gaben die Behörden jedoch Entwarnung.

Die Pariser Regierung hatte am Donnerstag eine Warnung an die französischen Krankenhäuser und Ärzte herausgegeben, wachsam bei fiebrigen Patienten zu sein. Bei entsprechender Reiseanamnese müsste auch eine Ebolaerkrankung in Betracht gezogen werden. Guinea war früher französische Kolonie.

Experten sehen keine Gefahr für Deutschland

Trotz der Ausweitung der Ebola-Epidemie in Westafrika rechnen deutsche Virologen nicht damit, dass das Virus nach Deutschland eingeschleppt wird. "In Deutschland muss weiterhin niemand Angst vor Ebola haben", sagte der Virologe Roman Wölfel vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München der "Welt" (Samstagsausgabe).

"Es gibt zumindest derzeit überhaupt keinen Anlass für die Befürchtung, dass sich das Virus in der westlichen Welt ausbreiten könnte."

Selbst für den Fall, dass ein Erkrankter erst im Flugzeug auffällig würde, gebe es in den USA, Kanada und Europa Isolierstationen, in die Patienten sofort verlegt würden, sagte der Mediziner weiter. Zudem seien die Infizierten sehr schnell sehr krank und damit auch nicht reisefähig, was ebenfalls gegen eine weite Verbreitung des Virus spreche: "Gerade, weil Ebola so tödlich ist, breitet es sich nicht so schnell aus." (nös/dpa)

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