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Altersforschung

Verjüngungskur fürs Gehirn?

Lange jung und geistig fit zu bleiben, ist ein alter Menschheitstraum. Bei Mäusen ist Forschern nun eine Verjüngungskur des Gehirns gelungen – mit menschlichem Nabelschnurplasma.

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Fitte Mäuse: Versuchstiere, die humanes Nabelschnurplasma erhalten hatten, konnten sich anschließend besser in Labyrinthen zurechtfinden.

Fitte Mäuse: Versuchstiere, die humanes Nabelschnurplasma erhalten hatten, konnten sich anschließend besser in Labyrinthen zurechtfinden.

© mgkuijpers / Fotolia

STANFORD. US-Forscher der Stanford University in Kalifornien haben mit Hilfe von Nabelschnurplasma von Babys – injiziert in "Mäuse-Senioren" – bei diesen die Gehirnfunktion merklich verbessert. Die Mäuse konnten sich anschließend besser in Labyrinthen zurechtfinden und lernten, bestimmte Ecken in ihrem Käfig zu vermeiden, in denen sie sich Elektroschocks einhandelten. Bei der Untersuchung des Gehirns der behandelten Tiere fanden die Wissenschaftler heraus, dass im Hippocampus offensichtlich Gene aktiviert worden waren, die für eine verstärke Vernetzung von Neuronen sorgten.

Gerade der Hippocampus – essenziell für das Erinnerungsvermögen – scheint auf Alterungsprozesse empfindlich zu reagieren, wie Tony Wyss-Coray, einer der Studienautoren, erläutert. Hier komme es zu auffälligen Zellverlusten, Schrumpfungen und Zelldegeneration. In diesem Gehirnareal zeige sich zudem früh die Manifestation einer Alzheimer Demenz.

Ist TIMP2 das entscheidende Protein?

Als wesentliches Protein, das den Effekt vermutlich auslöst, identifizierten die Forscher die Tissue Inhibitor Metalloprotease 2 (TIMP2). Wurde Mäusen Nabelschnurplasma ohne TIMP2 injiziert, zeigte sich zum Beispiel keine Steigerung der Merkfähigkeit. Allerdings konnten durch die TIMP2-haltige Injektion keine altersbedingt verloren gegangenen Gehirnzellen regeneriert werden, räumen die Forscher ein. Ihre Daten haben sie jüngst in der Fachzeitschrift "Nature" (doi:10.1038/nature.2017.21848) publiziert.

Konkret war den Tieren zwei Wochen lang an jedem vierten Tag menschliches Plasma aus Nabelschnurblut injiziert worden. Verglichen wurde die Lernfähigkeit der Mäuse dann mit anderen Tieren, die Blutplasmainjektionen von 19-24-Jähringen und 61-82-Jährigen erhalten hatten.

Die US-Wissenschaftler haben damit ein weiteres Mosaiksteinchen in der Forschung gefunden, die das Ziel hat durch Infusion jungen Blutes Alterungssymptome wie nachlassende Gehirnleistung und Muskelschwund umzukehren. Bisher waren nur positive Effekte bei einem Maus-Maus-Transfer nachgewiesen worden, heißt es in einer Mitteilung von "Nature" dazu. Zudem war auch der Effekt von TIMP2 auf die Gehirnfunktion (Lernen und Erinnern) noch nicht in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen geraten.

Zellrettung durch Pharmaka getestet

Britische Forscher um Professor Giovanna Mallucci der Universität Cambridge publizierten zudem zur gleichen Zeit in der Fachzeitschrift "Brain" ermutigende Forschungsdaten mit zwei Pharma (DOI:10.1093/brain/awx074). Sie hatten in Mausmodellen zu Prionerkrankungen frontotemporaler Demenz verschiedenste Substanzen getestet. Dabei konnten sie nachweisen, dass sich unter der Behandlung mit dem Psychopharmakon Trazodon und dem noch in der Erforschung befindlichen Krebsmedikament Dibenzoylmethan das Fortschreiten der Schäden an den Gehirnzellen bei den meisten Mäusen mit einer Prionenerkrankung gebremst wurde. Bei den Mäusen mit Demenzzeichen besserte die die Gedächtnisfunktion (run)

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