Vermehrung von Hepatitis B muss rasch gebremst werden

GÖTTINGEN (hae). Eine frühzeitige und starke Senkung der Viruskonzentration ist bei chronischer Hepatitis B für die Prognose wichtig - mehr als die Reduktion der Transaminasen-Werte im Serum.

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Denn die Höhe der Virämie während der Therapie bestimmt die Resistenzentwicklung gegen die verwendeten Virustatika und das Risiko für Zirrhose und Leberkrebs. Hierauf hat Professor Hans Ludger Tillmann aus Leipzig bei der Jahrestagung der Deutschen Lebergesellschaft (GASL) in Göttingen hingewiesen. Ähnlich wie bei der Hepatitis C bestimmen bei der Hepatitis B außer der Virusmenge zu Beginn auch das Absinken der Viruskonzentration bei der Therapie den langfristigen Erfolg.

Wenn die HBV-DNA nach sechs Monaten Therapie unter der Nachweisgrenze liegt, sprechen die Patienten unabhängig von der Art des Virustatikums langfristig besser auf die antivirale Therapie an als Patienten, bei denen die Viruskonzentration nicht so sinkt, berichtete Tillmann bei einer Pressekonferenz der Unternehmen Idenix und Novartis. Optimal sei eine Nachweisgrenze von 50 HBV-Kopien pro ml Blut anzustreben.

In der prospektiven randomisierten GLOBE*-Studie habe dabei nach 24 Wochen und nach zwei Jahren Behandlung das neue Nukleosidanalogon Telbivudin besser abgeschnitten als das Standardpräparat Lamivudin, sagte Tillmann. Zudem gab es bei Telbivudin weniger Resistenzen.

Nach 24 Wochen Therapie ist offenbar ein günstiger Zeitpunkt, bei unzureichender Virussuppression ein Virustatikum hinzuzufügen. Dieses add-on-Prinzip habe sich als effektiver erwiesen als das früher übliche Wechseln des Virustatikums. Das günstige Kreuzresistenzprofil von Telbivudin ermögliche es, bei unzureichendem Absinken der Viruskonzentration Substanzen wie Adefovir oder Entecavir hinzuzufügen.

*GLOBE steht für Global Leadership & Organizational Behaviour Effectiveness

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