Kommentar – Tripper-Therapie

Vermeintliche Sicherheit

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 04.03.2019, 13:30 Uhr

Wer über sexuell übertragbare Infektionen (STI) spricht, muss mehr als HIV/Aids im Kopf haben. Das führt eine unscheinbare Meldung des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) ausgerechnet an Fasching erneut vor Augen. Demnach bleiben Resistenzen gegen Azithromycin bei Neisseria gonorrhoeae in Europa auf hohem Level, mehr Länder als zuvor sind davon betroffen.

In Deutschland scheint die Lage (noch) im Griff, jedenfalls hält die Deutsche Gesellschaft für sexuelle Gesundheit im derzeitigen Entwurf der neuen Leitlinie zu Gonorrhoe an Ceftriaxon und Azithromycin fest. Die Meldung führt aber auf jeden Fall einmal mehr vor Augen, wie wichtig es ist, nicht nachzulassen in der Aufklärung über Safer Sex – auch und gerade in Zeiten der Präexpositionsprophylaxe gegen HIV, demnächst zum Teil sogar auf Kassenkosten.

PrEP allein ist für Menschen, die ungeschützt Sex mit Unbekannten haben, wie ein trojanisches Pferd – für Tripper und andere STI. Ärzten ist dieser Zusammenhang natürlich bewusst. Aber je mehr in der Öffentlichkeit die vermeintliche Risikoreduktion durch PrEP diskutiert wird, desto wichtiger wird die direkte Ansprache der Patienten, vor allem aus Risikogruppen, durch ihre Ärzte.

Lesen Sie dazu auch: Seuchenbehörde: Tripper – ECDC besorgt wegen Resistenzen

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