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Hypertonie-Patienten

Versorgung im Globalen Süden schlecht

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GÖTTINGEN / HEIDELBERG. Das Gesundheitswesen in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen ist nur unzureichend auf die zunehmende Zahl von Bluthochdruck-Erkrankungen vorbereitet.

Mehr als zwei Drittel aller betroffenen Menschen sind ohne Behandlung, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Universität Göttingen und des Universitätsklinikums Heidelberg.

Ein Forscherteam unter Leitung der Harvard T.H. Chan School of Public Health, der Universität Göttingen und der Medizinischen Fakultät Heidelberg analysierte die Gesundheitsversorgung von Hypertonie-Patienten in 44 Ländern des Globalen Südens (Lancet 2019; online 18. Juli).

Analyse mit Kaskadenmethodik

Mit einer sogenannten Kaskadenmethodik ermittelten sie, wie gut die Gesundheitssysteme der verschiedenen Länder angepasst sind. Wie ein stufenartiger Wasserfall zeigt eine Kaskade Schritt für Schritt auf, wo Patienten in Gesundheitssystemen verloren gehen. Zunächst stellten die Forscher fest, wie viele Personen an Hypertonie leiden.

Davon ausgehend ermittelten sie, wie viele Patienten davon jeweils untersucht, diagnostiziert und behandelt wurden. Schließlich analysierten sie, wie viele Patienten die Krankheit mit Medikamenten erfolgreich unter Kontrolle haben, heißt es in der Mitteilung.

„Bluthochdruck ist schon jetzt am weitesten verbreitet in Regionen, die zum Globalen Süden gehören, besonders in Subsahara-Afrika und Zentral- sowie Südasien“, wird Dr. Pascal Geldsetzer, Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitiert. „Unsere Studie zeigt nicht nur, dass die Fürsorge für Bluthochdruck in diesen Ländern stark unzureichend ist, sondern auch, wo genau Patienten im Prozess der Bluthochdruckbehandlung verloren gehen.“

Erkenntnisse für politische Entscheidungsträger

Das Ergebnis: Bei weniger als der Hälfte der Betroffenen wird der Bluthochdruck diagnostiziert. Lediglich 30 Prozent dieser Patienten werden behandelt und nur bei einem Zehntel ist die Krankheit unter Kontrolle.

„Hypertonie ist schon jetzt eine der großen Volkskrankheiten im Globalen Süden und wird immer häufiger, da die Bevölkerung auch in diesen Ländern altert. Diese Studie liefert wichtige Erkenntnisse für politische Entscheidungsträger dazu, an welcher Stelle der Kette des Behandlungsprozesses für Bluthochdruck momentan die größten Probleme herrschen“, so Professor Till Bärnighausen, korrespondierender Autor der Studie.

Um die Gesundheitssysteme der betroffenen Länder zu verbessern, werfen die Autoren zudem einen Blick auf die Erfolgsrezepte gut angepasster Gesundheitssysteme: Costa Rica, Bangladesch, Brasilien, Ecuador, Kirgistan und Peru gehen als gute Beispiele aus der Studie hervor. (eb)

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