Hepatitis A/B/C...

Viel Virus-DNA mit hohem Krebsrisiko verknüpft

TAIPEH (ner). Bei Patienten mit chronischer Hepatitis B sind hohe Blut-Spiegel an DNA des Hepatitis-B-Virus (HBV) ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko, ein hepatozelluläres Karzinom zu entwickeln. Taiwanesische Gastroenterologen empfehlen deshalb diesen Marker zum Monitoring der Patienten sowie für die Kontrolle der Wirksamkeit einer antiviralen Therapie.

Veröffentlicht: 18.01.2006, 08:00 Uhr

Erhöhte Aufmerksamkeit sollte Patienten mit HBV-DNA-Spiegeln von 10 000 Kopien/ml oder mehr gelten. Das meinen Dr. Chien-Jen Chen von der Nationalen Universität Taiwan in Taipeh und seine Kollegen (JAMA 295, 2006, 65).

Sie haben in einer Studie 3653 Hepatitis-B-Patienten mit initial normalen Werten des Enzyms ALAT (Alaninaminotransferase) und ohne Leberzirrhose sowie ohne Hepatitis-C-Koinfektion prospektiv untersucht. Die Daten repräsentieren einen Spontanverlauf, denn keiner der Patienten hat eine antivirale Therapie bekommen, weil diese bis zum Jahr 2003 in Taiwan nicht verfügbar war.

Insgesamt waren im Beobachtungszeitraum von mehr als elf Jahren 164 hepatozelluläre Karzinome aufgetreten. Für Patienten mit 10 000 bis 100 000 Viruskopien/ml war die Karzinomrate im Vergleich zu Patienten mit weniger als 300 Kopien/ml im Blut um das 2,7fache erhöht.

Ab 100 000 Kopien/ml betrug die Rate bereits das Neunfache, ab einer Million Kopien/ml mehr als das Zehnfache der Vergleichsgruppe. In diesen beiden Gruppen waren zwölf bis 14 Prozent der Patienten innerhalb von 13 Jahren an einem hepatozellulären Karzinom erkrankt.

In vorangegangenen Studien hatte die Arbeitsgruppe um Chen bereits das HBs-Antigen und das HBe-Antigen als Risikofaktoren für das hepatozelluläre Karzinom identifiziert. HBs-Ag ist das Oberflächenantigen, HBe-Ag ist ein Marker für die Vermehrungsaktivität des Virus. HBe-Ag-positive Patienten hätten meist auch einen deutlich erhöhten HBV-DNA-Spiegel (mehr als 100 000 Kopien/ml), berichten die Gastroenterologen.

Auffällig sei jedoch gewesen, daß zwei von drei Patienten mit negativem HBe-Ag dennoch nachweisbare Viruskonzentrationen im Blut hatten. Die Menge der HBV-DNA sollte künftig zum Monitoring der Patienten sowie zur Kontrolle der Wirksamkeit einer antiviralen Behandlung genutzt werden, empfehlen die taiwanesischen Gastroenterologen. Dies sei wichtig, um die Krebsinzidenz zu senken.

Weltweit sind Schätzungen zufolge 350 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert. 15 bis 40 Prozent von ihnen entwickeln eine Leberzirrhose, erleben eine hepatische Dekompensation oder bekommen ein hepatozelluläres Karzinom.

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