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PRÄVENTION UND FRÜHERKENNUNG

Vier Kilo mehr verdoppeln das Diabetesrisiko

Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland haben heute Diabetes mellitus und damit zehnmal so viele wie in den 50er Jahren. Über 90 Prozent davon sind Typ-2-Diabetiker. Der Trend stark zunehmender Erkrankungszahlen ließe sich durch Prävention mit Bewegung und gesunder Ernährung bremsen.

Veröffentlicht:

"Der absolut treibende Faktor für Typ-2-Diabetes ist Übergewicht", sagt Professor Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. Nach Studiendaten verdoppeln übergewichtige Menschen mit jeder Gewichtszunahme von drei bis vier Kilogramm ihr Diabetes-Risiko.

Entscheidend ist die Fettverteilung im Körper

"Nicht Übergewicht allein, sondern die Fettverteilung im Körper ist entscheidend", sagt Pfeiffer. Das Risiko ist dann hoch, wenn das Fett im Bauch sitzt. So nimmt nach Studiendaten der HbA1c als Wert für die langfristige Blutzuckerkontrolle mit dem Bauchfett zu. Auch die Atherosklerose wird durch Fett im Bauch begünstigt. Fettzellen im Bauch produzieren unter anderen Zytokine, die eine unterschwellige Entzündung und dadurch auch Gefäßschäden begünstigten.

Eine einfache Methode, um ein erhöhtes Diabetes-Risiko abzuklären, ist daher die Messung des Taillenumfangs. Ein Umfang bei Männern von mehr als 102 cm und bei Frauen mehr als 88 cm, ist in Verbindung mit einem BMI von mehr als 30 kg/m2 ein Marker für das metabolische Syndrom und damit für ein hohes Diabetes-Risiko.

Wird bei einem Menschen ein solches Risiko festgestellt, dann kann mit Lebensstiländerungen dem Ausbruch von Diabetes vorgebeugt werden. In der finnischen Diabetes Prevention Studie mußten übergewichtige Patienten mit gestörter Glukosetoleranz ein Programm aus gesunder Ernährung und Bewegung absolvieren. Konkret hieß dies etwa vier Stunden Sport pro Woche, etwa fünf Prozent des Körpergewichts abnehmen sowie eine Ernährung mit weniger als 30 Prozent Fett (davon weniger als zehn Prozent gesättigte Fette) und mit mehr als 15 g Ballaststoffen pro 1000 Kcal.

Das Ergebnis: In der Interventionsgruppe verringerte sich das Gewicht im ersten Jahr zwar nur um vier Kilo - aber die Rate der Neu-Diabetiker war binnen vier Jahren im Vergleich zu einer Kontrollgruppe um 58 Prozent reduziert. Daß durch die etwa vierjährige Intervention bei den Risikopersonen auch nachhaltig das Diabetesrisiko verringert wird, hat die Nachbeobachtung von weiteren drei Jahren ergeben (Lancet 368, 2006, 1673. Nach dieser Zeit hatten in der ehemaligen Interventionsgruppe 36 Prozent weniger Probanden Diabetes als in der Kontrollgruppe.

Abspecken verbessert den Stoffwechsel bei Diabetes

Eine Prävention von Diabetes ist also möglich. Und wer bereits an Diabetes erkrankt ist, kann durch gesunde Ernährung und Bewegung seine Stoffwechsellage entscheidend verbessern. So verringern sich durch Abnahme von zehn Kilogramm die HbA1c-Werte um ein bis drei Prozentpunkte, sagt Professor Alfred Wirth aus Bad Rothenfelde (Ärztebl 101, 2004, A1748). Bei fast allen Patienten lasse sich dadurch die Dosis von Antidiabetika reduzieren, und bis zu 50 Prozent der Patienten hätten nach der Gewichtsreduktion keine diabetische Stoffwechsellage mehr. (eis)

Lesen Sie dazu auch:

INFOS IM INTERNET

Informationen zum Welt-Diabetes-Tag in Deutschland finden sich bei der Diabetes-Union: www.diabetes-union.de, internationale Aktivitäten zum Weltdiabetestag unter www.worlddiabetesday.org

Viele Informationen für Ärzte und Patienten gibt es unter: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Deutsche Leitlinien zu Diabetes gibt es unter http://leitlinien.net

Informationen zu Ärzte-Fortbildungen und Diabetiker-Schulungen gibt es bei der Deutschen Diabetes-Stiftung (www.diabetesstiftung.de) und beim Bundesverband niedergelassener Diabetologen e.V. (www.bvnd.de)

Website der International Diabetes Federation unter www.idf.org (eis) 

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