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Viren bei dilatativer Kardiomyopathie gefunden

WIESBADEN (ars). Seit langem stehen Viren als Ursache von dilatativen Kardiomyopathien im Verdacht. Deutliche Hinweise haben erstmals Herzbiopsien geliefert: In einer Studie fanden sich die Erreger bei zwei Drittel der Patienten.

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Nun gelte es in weiteren Studien zu prüfen, inwieweit eine spezifische antivirale Therapie die Prognose der Erkrankung verbessere. Auf diese praktische Konsequenz hat Privatdozent Thomas Korte aus München beim Internisten Update in Wiesbaden hingewiesen. Außerdem belegten die Ergebnisse, wie wichtig die Analyse von Myokardbiopsien für die Diagnostik bei dilatativer Kardiomyopathie ist.

Teilnehmer der Studie, auf die Korte hinwies, waren 245 Patienten mit eingeschränkter linksventrikulärer Funktion: Die Ejektionsfraktion betrug durchschnittlich 35 Prozent (Circulation 111, 2005, 887). Bei einem überraschen hohen Anteil - 67 Prozent der Teilnehmer - fand sich mit molekularbiologischen Methoden im Myokardgewebe virales Genom: am häufigsten Parvoviren (bei 52 Prozent) und HHV6-Viren (bei 22 Prozent), zu kleineren Anteilen aber auch Entero-, Adeno-, Epstein-Barr- und Humane Zytomegalieviren. Bei 45 Patienten mit positivem Testergebnis ließen sich sogar mehrere Virusinfektionen nachweisen.

Allerdings sei viruspositives und -negatives Myokardgewebe gleich stark mit Entzündungszellen wie T-Lymphozyten und Makrophagen infiltriert gewesen, betonte Korte. Offenbar bleiben die Viren bei einem Teil der Patienten dauerhaft im Myokard, die Immunabwehr ist dadurch ständig aktiviert. Bei einem anderen Teil werden die Viren zwar beseitigt, aber die durchgemachte Infektion löst offenbar ebenfalls eine chronische Immunreaktion aus. Sie verselbständigt sich als Autoimmunprozeß.



STICHWORT

Dilatative Kardiomyopathie

Die dilatative Kardiomyopathie ist die häufigste Form der Herzmuskelerkrankung. Jährlich erkranken 6 von 100 000 Einwohnern, Männer doppelt so häufig wie Frauen. Typisch ist eine Vergrößerung beider Herzhöhlen, der Herzmuskel wird schlaff. Damit geht eine eingeschränkte Pumpfunktion einher. Die Patienten kommen wegen einer allgemeinen körperlichen Leistungsschwäche zum Arzt. Sie macht sich bei Anstrengung als Luftnot bemerkbar. (ars)

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