Vitamin-Pillen schützen nicht vor Lungenkrebs

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SEATTLE (dpa). Vitaminpillen schützen einer US-Studie zufolge nicht vor Lungenkrebs. Vitamin E kann das Risiko dieser Erkrankung sogar leicht erhöhen. "Unsere Untersuchung von ergänzenden Multivitaminen, Vitamin C, Vitamin E und Folsäure ergab keine Anhaltspunkte für ein verringertes Lungenkrebsrisiko", schreibt Dr. Christopher Slatore von der University of Washington in Seattle.

"Entgegen der Auffassung eines Nutzens oder zumindest keines Schadens wird die zusätzliche Einnahme von Vitamin E mit einem leicht erhöhten Risiko für Lungenkrebs in Verbindung gebracht."

Der Artikel erscheint in der ersten März-Ausgabe des "American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine" (177, 2008, 524). An der Studie nahmen 77 126 Männer und Frauen im Alter zwischen 50 und 76 Jahren teil. 521 von ihnen entwickelten innerhalb von vier Jahren Lungenkrebs.

Abgesehen von Faktoren wie der Raucherbiografie, des Familienhintergrunds und dem Alter entdeckten die Forscher einen geringen, aber signifikanten Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin E und Lungenkrebs. Das Krebsrisiko stieg um sieben Prozent pro 100 mg Vitamin E täglich. "Bei 400 mg pro Tag über zehn Jahre wird daraus ein 28 Prozent höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken", so Slatore. Von der gestiegenen Gefahr seien Raucher am stärksten betroffen.

Im Gegensatz zu Vitaminpillen hilft Obst nach Angaben der Autoren, das Krebsrisiko zu senken. Der World Cancer Research Fund und die American Cancer Society empfehlen, zweimal täglich Obst zu essen. Der Rat basiert auf einer Studie, die bei denjenigen Menschen ein um 20 Prozent erhöhtes Krebsrisiko feststellte, die am wenigsten Obst aßen.

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