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Hepatitis E

Vorsicht bei Reisen nach Nordindien!

In Nordindien gibt es einen Ausbruch von Hepatitis E. Reisende in die Region sollten besonders auf Nahrungsmittelhygiene achten.

Von Dr. Sandra Vergin und Professor Tomas Jelinek Veröffentlicht:
Vorsicht bei Reisen nach Nordindien!

© SPL / Agentur Focus

DÜSSELDORF. Im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh gibt es seit Ende Dezember 2015 einen Ausbruch von Hepatitis E. Betroffen sind bislang vermutlich mehr als 1600 Menschen. Auch hat es bisher zehn Todesopfer gegeben, berichtet die International Society for Infectious Diseases.

Generell führt das Hepatitis-EVirus in Ländern mit niedrigen Hygienestandards regelmäßig zu Erkrankungen und Ausbrüchen. Ein Risiko besteht besonders in den Entwicklungs- und Schwellenländern Afrikas und Südostasiens sowie in Indien.

Die Viren werden dabei über Trinkwasser oder Lebensmittel übertragen, die mit menschlichen Fäkalien verunreinigt sind. Beim Menschen gibt es vier Genotypen von Hepatitis-EViren, die weltweit verbreitet sind. Die regionale Verteilung variiert dabei: Während in Europa und Nordamerika der Genotyp 3 vorherrscht, werden Erkrankungen in Afrika und Asien vorwiegend durch die Genotypen 1 und 2 hervorgerufen, in manchen Teilen Asiens auch durch den Genotyp 4.

Das einzige Reservoir für Hepatitis-E-Viren der Genotypen 1 und 2 ist der Mensch.

Bei Schwangeren: Todesraten bis zu 30 Prozent

Die Genotypen 3 und 4 haben Hausschweine als primäres Reservoir, die Erreger kommen aber auch in Wildschweinen vor. In Industrieländern erfolgt eine Infektion mit Hepatitis E daher zumeist über den Verzehr von rohem (Wild-)Schweinefleisch oder Innereien.

Die Erkrankung äußert sich durch einen Ikterus, dunklen Urin, hellen Stuhl, Fieber, Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit. Zumeist verläuft die Infektion selbstlimitierend und wird allenfalls symptomatisch behandelt. Komplikationen können sich bei Menschen mit vorbestehenden Leberschäden oder bei Immunsupprimierten ergeben.

Infektionen mit dem Genotyp 1 führen zudem häufig bei Schwangeren zu schweren Krankheitsverläufen mit Todesraten von bis zu 30 Prozent. Zur Vermeidung von Infektionen mit den Genotypen 1 und 2 sollten Reisende

Lebensmittel nur in gekochter oder geschälter Form zu sich nehmen. Zusätzlich ist nicht abgekochtes Leitungswasser, auch in Form von Eis oder Eiswürfeln, zu meiden. In Deutschland und anderen Industrieländern ist zur Prophylaxe von Hepatitis-E-Erkrankungen auf das ausreichende Durchgaren von Schweinefleisch und Wildfleisch zu achten.

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