Direkt zum Inhaltsbereich

Herzschwäche

Vorsicht bei der Diabetes-Therapie

Bei der Therapie von Diabetikern mit Herzinsuffizienz ist Vorsicht geboten. Nicht alle Antidiabetika sind in dem Fall geeignet.

Veröffentlicht:

BERLIN."Die Prognose Herzinsuffizienz ist vor allem bei Diabetes äußerst ungünstig", wird der Kardiologe und Diabetologe (DDG) Dr. Hermann Fischer zitiert, ärztlicher Leiter am Zentrum für Ambulante Rehabilitation Herz und Kreislauf Dresden.

Denn 80 Prozent der über 65-Jährigen versterben noch innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose.Eine Früherkennung der Herzschwäche bei Typ-2-Diabetes ist auch deshalb so wichtig, da einige Antidiabetika mit einem hohen Herzinsuffizienz-Risiko verknüpft sind, teilt diabetesDE mit.

Glitazone sind daher kontraindiziert und sollten durch andere blutzuckersenkende Medikamente ersetzt werden. Sulfonylharnstoffe sollten wegen des erhöhten kardialen Risikos sowie der Hypoglykämiegefahr zurückhaltend eingesetzt werden.

"Bei Metformin muss das Risiko für Komplikationen individuell abgewogen werden", erklärt Fischer. Neuere Substanzen wie Inkretin-basierte Medikamente, Exenatide oder Liraglutide, schützen das Herz vermutlich sogar.

Unklar ist, inwieweit eine ideale Blutzuckereinstellung die Prognose der Herzinsuffizienz verbessert. "Uns fehlen auch Belege, ob Patienten im frühen Erkrankungsstadium von der herkömmlichen Therapie bei Herzinsuffizienz - etwa mit Beta- oder RAAS-Blocker - profitieren", so Fischer.

Neu hingegen sind Studienergebnisse, die zeigen, dass sich ein leicht erhöhter Body Mass Index ( BMI ) bei Herzinsuffizienz positiv auszuwirken scheint. "Wir sprechen hier vom Adipositas-Paradox."

Trotzdem rät der Experte herzkranken Menschen mit Diabetes Typ 2, auf ihre Ernährung und ihr Körpergewicht zu achten: Salzkonsum auf drei Gramm pro Tag reduzieren, keine Fertiggerichte aus der Tiefkühltruhe oder aus Konserven, nichts Gepökeltes, dafür viel frisches Obst und Gemüse. Eine zusätzliche Vitaminzufuhr in Form von Tabletten sei nicht notwendig. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Galenus-Kandidat 2026

RNA-Interferenz bei kardialer ATTR-Amyloidose

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Pro & Contra

Betablocker nach Herzinfarkt – Standard oder Einzelfallentscheidung?

Tipps für das Gespräch

Krebsfrüherkennung: Das ist bei der Patientenberatung wichtig

Hautärztliche Empfehlungen

Welche Ernährung bei Akne ratsam ist

Lesetipps
Hausarzt Florian Vorderwülbecke mit seiner Tasche

© Vincenz Vorderwülbecke

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Viel hilft viel? Die Studienlage zu Probiotika ist im besten Falle durchwachsen.

© Romario Ien / stock.adobe.com

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

In Deutschland machen frühe Erkrankungen mit Darmkrebs (EOCRC), also vor dem 50. Lebensjahr circa 5 Prozent der Neudiagnosen aus.

© Dmytro / stock.adobe.com

Registerauswertung aus neun Bundesländern

Mehr Darmkrebs-Neudiagnosen bei Jüngeren in Deutschland