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Vorsorge-Koloskopie: Effektiv und akzeptabel

Nur wenige lebensbedrohliche Erkrankungen kann man mit so wenig Aufwand so wirkungsvoll verhindern wie den Darmkrebs. Die "Ärzte Zeitung" sprach mit Professor Wolfgang Fischbach aus Aschaffenburg, der darüber beim "Praxis Update" referieren wird.

Veröffentlicht:

"Bei jeder vierten bis fünften Untersuchung wird etwas entdeckt." Professor Wolfgang Fischbach, Aschaffenburg

Ärzte Zeitung: Eine Koloskopie zur Darmkrebsprävention wird allen ab 55 Jahren empfohlen, danach alle zehn Jahre. Können so wenige Untersuchungen etwas bewirken?

Professor Wolfgang Fischbach: Ja, denn 90 bis 95 Prozent aller Darmkrebserkrankungen entstehen aus Kolonpolypen. Deren Wachstum und Entartung benötigen Jahre oder gar Jahrzehnte.

Ärzte Zeitung: Wie oft wird denn bei der Vorsorge-Koloskopie etwas entdeckt?

Fischbach: Öfter als man glaubt: Bei etwa jedem vierten bis fünften Untersuchten. Und die Gefahr, Polypen zu übersehen, ist extrem gering: Sie liegt unter idealen Bedingungen bei etwa fünf Prozent.

Ärzte Zeitung: Was sind ideale Bedingungen für eine Darmspiegelung?

Fischbach: Wichtig sind vor allem eine gründliche Darmreinigung, eine nicht zu kurze Rückzugszeit der Sonde - laut S3-Leitlinie mindestens sieben Minuten - sowie ausreichend Erfahrung des Untersuchers.

Ärzte Zeitung: Wie erfährt der Hausarzt, welcher Facharzt über genügend Erfahrung in der Koloskopie verfügt?

Fischbach: Jeder Internist oder Chirurg in Deutschland, der eine Zulassung für Koloskopien hat, muss jährlich die Durchführung von 200 dieser Untersuchungen nachweisen. Im Rahmen von Stichproben wird dabei sichergestellt, dass die Untersucher bei mindestens 90 Prozent der Koloskopien tatsächlich das Coecum erreichen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für eine lückenlose Begutachtung der Kolonwand.

Ärzte Zeitung: Viele Menschen machen von ihrer Berechtigung zur Vorsorge-Koloskopie keinen Gebrauch, weil sie sich diese aufwändig, langwierig und schmerzhaft vorstellen. Wie kann man sie ermutigen?

Fischbach: Es wurde viel getan, um die Koloskopie akzeptabel zu gestalten. So nimmt die vorbereitende Darmreinigung nur noch einen Tag in Anspruch, und der größte Teil der Flüssigkeit, die man dabei trinkt, ist Tee oder stilles Mineralwasser. Zudem kann die Untersuchung Dank Kurzanästhesie mit Propofol völlig schmerzfrei durchgeführt werden; fast alle Patienten nutzen dies. Eine gut durchgeführte Koloskopie ist derzeit durch nichts zu ersetzen, auch nicht durch "virtuelle" Darmspiegelung per Computertomografie. Das bestätigen aktuelle Studiendaten.

Interview: Simone Reisdorf.

Das Praxis Update findet am 16. und 17. April 2010 in Wiesbaden und Düsseldorf sowie am 7. und 8. Mai 2010 in Berlin statt.

Weitere Informationen im Internet: www.praxis-update.com

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