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Hypofraktionierte Radiatio

Vorteil bei Mamma-Ca hält zehn Jahre

Durch die hypofraktionierte Bestrahlung haben Frauen im frühen Brustkrebsstadium im Vergleich zur konventionellen Radiatio keine Nachteile.

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SOUTHAMPTON. Die Zehnjahresdaten der START-Studien bestätigen, dass die hypofraktionierte Bestrahlungstherapie nach Komplettresektion bei Frauen mit einem primären invasiven Mammakarzinom im frühen Stadium nicht weniger erfolgreich ist als die konventionelle Radiatio. Und: Patientinnen müssen seltener zur Bestrahlung kommen, der Therapiezeitraum wird verkürzt.

Fast 4500 Frauen mit Brustkrebs sind 1999 und 2002 in Großbritannien in die START-Studien A und B (UK Standardisation of Breast Radiotherapy) aufgenommen worden.

In der Studie A wurde der internationale Standard der Bestrahlung (50 Gy in 25 Dosen von jeweils zwei Gy über fünf Wochen) mit zwei Varianten verglichen (41,6 Gy in 13 Fraktionen à 3,2 Gy und 39 Gy in 13 Fraktionen à 3,0 Gy, jeweils innerhalb von fünf Wochen).

In der Studie B mit der Hypofraktionierung wurde das Standardverfahren mit einer Radiatio mit 40 Gy verglichen, die innerhalb von drei Wochen in 15 Fraktionen à 2,67 Gy verabreicht wurde ( Lancet Oncol 2013; online 19. September).

Selbst zehn Jahre nach Beginn der Studie A mit 2236 Patientinnen waren die Rezidivraten in den drei Gruppen ähnlich niedrig: 7,4 Prozent in der 50-Gy-Gruppe, 6,3 Prozent in der 41,6-Gy-Gruppe und 8,8 Prozent in der 39-Gy-Gruppe.

Indurationen, Teleangiektasien und Ödeme im gesunden umgebenden Gewebe waren in den beiden Patientengruppen mit den höheren Dosierungen etwas häufiger.

Lokalrezidive in beiden Therapiegruppen ähnlich selten

Auch in der Studie B mit 2215 Patientinnen traten nach zehn Jahren Lokalrezidive in beiden Therapiegruppen ähnlich selten auf, nämlich mit einer Häufigkeit von 5,5 Prozent nach der Bestrahlung mit insgesamt 50 Gy und von 4,3 Prozent nach 40 Gy.

Insgesamt entsprechen die Ergebnisse der Studie nach einem Follow-up von zehn Jahren den Ergebnissen nach fünf Jahren.

Darüber hinaus blieb der nach fünf Jahren beobachtete unerwartete Überlebensvorteil bei jenen Patienten, die eine Bestrahlung nach dem 40-Gy-Schema erhalten hatten, auch nach zehn Jahren erhalten.

Die Gesamtsterberate betrug 15,9 Prozent versus 19,2 Prozent (Hazard Ratio: 0,80; 95 Prozent-Konfidenzintervall zwischen 0,65 und 0,99; p = 0,42).

Bereits ein Jahr nach der Bestrahlungstherapie war der Anteil der Patientinnen mit Metastasen in der Gruppe mit der Hypofraktionierung deutlich niedriger, was sich in der Überlebensrate niedergeschlagen hat, wie die Onkologen um Dr. Joanne S. Haviland von der Universität in Southampton berichten.

Seit 2009 enthalten die Leitlinien des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) die Empfehlung für die Bestrahlung über 15 Wochen.

"Wir sollten diese Option mit den Patientinnen besprechen."

Nach Angaben von Professor Volkmar Müller vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist die hypofraktionierte Bestrahlung in den AGO-Leitlinien bereits als mögliche Option für bestimmte Patientinnen definiert.

"Wir sollten diese Option mit den Patientinnen besprechen", sagte Müller zur "Ärzte Zeitung".

Letzten Endes reagierten Krebszellen ebenso empfindlich auf die tägliche Bestrahlung wie das gesunde, umliegende Gewebe, wird Studienleiter Professor John Yarnold vom Institut für Krebsforschung in London in einer Mitteilung von "Lancet" zitiert.

Die niedrigen Dosen würden Krebszellen ebenso schonen wie die gesunden Zellen und somit Patientinnen keinen Vorteil bieten. Die aktuellen Ergebnisse stützten die seit einigen Jahren bestehende Bestrahlungspraxis mit der Hypofraktionierung. (ple)

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