Direkt zum Inhaltsbereich

Vorteile für Rosiglitazon in großer Vergleichsstudie

FRANKFURT AM MAIN (ner). In der oralen medikamentösen Frühthera- pie von Typ-2-Diabetikern gehören nach Ansicht des Diabetologen Professor Stephan Jacob aus Villingen-Schwenningen Metformin und ein Glitazon zur ersten Wahl. Jacob verweist auf dabei auf die aktuelle ADOPT*-Studie, in der drei Monotherapien verglichen worden waren, und zwar mit Rosiglitazon, Metformin und Glibenclamid.

Veröffentlicht:

Die Studie ist beim Welt-Diabeteskongress in Kapstadt und im "New England Journal of Medicine" (355, 2006, 2427) veröffentlicht worden. Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum Therapieversagen, gemessen an einem Nüchtern-Glukosewert von 180 mg pro Deziliter (10 mmol/l). Danach kann mit Rosiglitazon der Blutzucker von Typ-2-Diabetikern länger unter Kontrolle gehalten werden als mit Metformin und mit Glibenclamid.

In ADOPT erhielten jeweils etwa 1400 Typ-2-Diabetiker Rosiglitazon (Avandia®) zweimal 4 mg täglich, Metformin zweimal 1 g täglich oder Glibenclamid zweimal 7,5 mg täglich, so Jacob bei einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in Frankfurt/Main.

Nach fünf Jahren betrug die kumulative Inzidenz für Therapieversagen bei Rosiglitazon 15 Prozent, bei Metformin 21 Prozent und unter Glibenclamid 34 Prozent. Beide Unterschiede waren statistisch signifikant. Die Entwicklung der HbA1c-Werte gehörte zu den sekundären Endpunkten: Die mit dem Glitazon behandelten Patienten blieben durchschnittlich 60 Monate unter dem Grenzwert von sieben Prozent, mit Metformin waren es 45 Monate, mit Glibenclamid 33 Monate.

Auch bei den unerwünschten Wirkungen gab es Unterschiede. So kam es in der Glitazon-Gruppe signifikant häufiger zu Ödemen als bei Metformin oder Glibenclamid. Das Körpergewicht nahm mit dem Glitazon um durchschnittlich 5 kg zu. Unter Metformin jedoch sank das Körpergewicht um 3 kg.

Hypoglykämien kamen bei fast 40 Prozent der Glibenclamid-Patienten vor, bei Rosiglitazon jedoch nur bei knapp zehn Prozent, bei Metformin bei zwölf Prozent. Herzinsuffizienz war bei Rosiglitazon und Metformin mit 0,8 Prozent gleich häufig, bei Glibenclamid war sie mit 0,2 Prozent seltener. Erhöhungen des Leberenzyms ALT auf mehr als das Dreifache der Norm traten jeweils etwa bei einem Prozent auf. Unterschiede bei den Gruppen gab es nicht.

*ADOPT: A Diabetes Outcome Progression Trial

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Europäische Gesellschaft für Diabetesforschung

Erste EU-weite Screening-Woche für kardiometabolische Risiken

Gastbeitrag zum Polizeieinsatz beim ADA-Kongress

Vorauseilender Gehorsam

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leserumfrage

Umfrage zur E-Patientenakte: Alltag statt Aufbruch

Lesetipps