Warnhinweise bewahren Ex-Raucher vorm Rückfall

Warnhinweise auf Zigarettenpackungen können Ex-Rauchern offenbar helfen, nicht wieder zur Kippe zu greifen. Das geht aus der ersten prospektiven Studie dazu hervor. Aber nicht alle Warnungen wirken gleich gut.

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Warnhinweise schrecken auch Ex-Raucher vor dem griff zum Glimmstengel ab, hat eine Studie ergeben.

Warnhinweise schrecken auch Ex-Raucher vor dem griff zum Glimmstengel ab, hat eine Studie ergeben.

© dpa

CARLTON (ple). "Rauchen kann tödlich sein" - so oder ähnlich muss es inzwischen in Deutschland auf jeder Zigarettenschachtel gut sichtbar stehen.

Vielen Nichtrauchern helfen solche Hinweise, mit dem Laster erst gar nicht anzufangen, wie etwa aus einer australischen Studie vor wenigen Jahren hervorging. Aber helfen solche Angaben auch Ex-Rauchern, bei ihrer Entscheidung zu bleiben?

Dem gingen jetzt Wissenschaftler erstmals in einer prospektiven Kohortenstudie nach, an der fast 2000 Ex-Raucher in Australien, Kanada, Großbritannien und in den USA teilgenommen haben (Tobacco Control 2012; online 25. April).

Die Ex-Raucher hatten im Schnitt ein Vierteljahr vor Studienbeginn mit dem Rauchen aufgehört. Die Gesundheitsforscher prüften den Anteil der Ex-Raucher, die auch spätestens nach einem Jahr noch nicht wieder rauchten, und wie die Warnhinweise das Verhalten der Ex-Raucher beeinflussten.

Von den Ex-Rauchern, die angaben, dass die Hinweise die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen, Ex-Raucher zu bleiben, hatten nur 41 Prozent innerhalb des folgenden Jahres tatsächlich wieder mit dem Rauchen angefangen.

Von denen, die angaben, dass die Hinweise sie überhaupt nicht beeindruckten, hatten in dem Zeitraum 50 Prozent wieder mit dem Rauchen angefangen.

Diese Raten blieben unter Berücksichtigung von Faktoren wie Selbstwirksamkeit - also die Überzeugung, es zu schaffen -, den Drang zu rauchen und den Grad der Abhängigkeit vor dem Rauchstopp unverändert.

Neue Warnungen wirken besser

Die Forscher haben auch geprüft, welchen Einfluss die Neuartigkeit des Warnhinweises, seine Größe und der Text beziehungsweise das Bild auf die Entscheidung, Ex-Raucher zu bleiben, hatten.

Dabei stellte sich heraus, dass wohl immer wieder neuartig gestaltete Hinweise den größten abschreckenden Effekt hatten. Nach Ansicht der Wissenschaftler sollten Ex-Raucher bewusster die Warnhinweise für sich nutzen, um dem Laster auch weiterhin nicht mehr zu verfallen.

Dazu beitragen könnten Abbildungen auf Zigarettenschachteln im Zusammenhang mit den schädlichen Wirkungen des Rauchens.

Weltweit haben nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums bisher 30 Länder kombinierte Warnhinweise aus Text und Bild auf Tabakverpackungen eingeführt oder deren Einführung zumindest gesetzlich geregelt. Vorreiter war Kanada im Jahr 2001.

Seit dem Jahr 2002 sind Warnhinweise auf Zigarettenpackungen in der Europäischen Union verpflichtend. Grundlage: die EU-Richtlinie 2001/37/EG. Die Mitgliedstaaten dürfen außer den rein textlichen Warnhinweisen auch Bilder aus einer von der EU zur Verfügung gestellten Bibliothek verwenden.

Auch in Deutschland wird über die Möglichkeit von Bildern bei den Warnhinweisen heftig diskutiert. Aber derzeit macht man davon hier noch keinen Gebrauch. Anders ist das etwa in der Schweiz und in Großbritannien.

Quelle: www.springermedizin.de

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