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Krebskongress 2020

Wege zur optimalen Versorgung Krebskranker

Für die optimale Versorgung Krebskranker muss auch der gesundheitspolitische Rahmen stimmen, sagt Professor Andreas Hochhaus. „Es fehlen bedarfsgerechte Strukturen“, so der Präsident des DKK 2020.

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 Professor Andreas Hochhaus, Präsident des DKK: „Durch die Art, wie die Sitzungen angelegt sind, wollen wir Krankheiten in Gänze erfassen – im Mittelpunkt steht der Patient und das, was ihm nutzt.“

Professor Andreas Hochhaus, Präsident des DKK: „Durch die Art, wie die Sitzungen angelegt sind, wollen wir Krankheiten in Gänze erfassen – im Mittelpunkt steht der Patient und das, was ihm nutzt.“

© Anna Schroll/UKJ

Berlin. Unter dem Motto „informativ. innovativ. integrativ. Optimale Versorgung für alle“ findet vom 19. bis zum 22. Februar 2020 in Berlin der 34. Deutsche Krebskongress statt. Dass die Umsetzung der „optimalen Versorgung“ dabei nicht nur von der Medizin abhängt, sondern auch vom gesundheitspolitischen Rahmen, könne man sehr gut an der molekulargenetischen Diagnostik sehen, die im Zuge der neuen Behandlungsmethoden immer wichtiger werde, so Professor Andreas Hochhaus, Universitätsklinikum Jena.

„Leider ist unser Gesundheitswesen auf diese Entwicklung nicht so richtig vorbereitet. Es fehlen einheitliche Qualitätsstandards, bedarfsgerechte Strukturen und eine bessere Erstattung“, bedauert Hochhaus.

Die Kostenerstattung im stationären Bereich folge in Deutschland ja anderen Regeln als im ambulanten Bereich, erinnert der Präsident des kommenden Krebskongresses in einem Interview (Forum 2019; 4: 317-318). „Dabei gehört eine geeignete Diagnostik ja eigentlich zur Erfassung des Krankheitsbilds und sollte deshalb völlig unabhängig von Sektorengrenzen von den Kostenträgern bezahlt werden. Soweit sind wir aber leider noch nicht in allen Fällen.“

Leider ist es für den interessierten Nachwuchs oft schwer, im Klinikalltag Zeit für die eigene Forschung aufzubringen.

Professor Andreas Hochhaus, Präsident des DKK 2020

Wichtig ist dem Präsidenten des Deutschen Krebskongresses 2020 auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Onkologie. Im Kongressprogramm ist dies entsprechend berücksichtigt: Unter anderem gibt es Kongresssitzungen, in denen ein Krankheitsbild aus der Sicht des Chirurgen, des Strahlentherapeuten, des Organspezialisten, des Radiologen und etwa auch des Pathologen beleuchtet wird.

„Ergänzend planen wir Sitzungen, zum Beispiel zur Immuntherapie, in denen wir mit verschiedenen Organspezialisten darüber diskutieren, wie sich diese Therapie für verschiedene Tumorentitäten anwenden lässt. Darüber hinaus simulieren wir in einigen Sitzungen die Diskussion im Tumorboard“, erklärt der Onkologe. „Durch die Art, wie die Sitzungen angelegt sind, wollen wir Krankheiten in Gänze erfassen – im Mittelpunkt steht der Patient und das, was ihm nutzt.“

Hochhaus weist im Interview auf weitere Highlights des Kongresses hin. Dazu gehören:

  • Immuntherapien – von der CAR-T-Zelltherapie bis zu den Checkpoint-Inhibitoren: Hier gehe es jetzt darum, bisherige Erkenntnisse auszuweiten, so Hochhaus. Wie kann man die Nebenwirkungen minimieren? Gibt es Patientengruppen, die besonders profitieren? Wie können diese Verfahren optimal mit anderen Behandlungen kombiniert werden?
  • Schwerpunkt Junge Onkologie: Hier ist es dem Kongresspräsidenten wichtig, den Facharztnachwuch auf die Disziplin „Onkologie“ aufmerksam zu machen, früh das Verständnis für die Besonderheit onkologischer Indikationen und die Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Versorgung Krebskranker zu wecken. Je mehr Krebs zu einer chronischen Erkrankung werde, umso häufiger würden auch Allgemeinmediziner oder niedergelassene Organspezialisten mit Fragen zur Nachsorge oder zu den Spätfolgen der Krebsbehandlung konfrontiert. Hochhaus spricht aber auch den Bedarf an jungen Kollegen an, die an der Schnittstelle zwischen onkologischer Forschung und Klinik arbeiten. Leider sei es für den interessierten Nachwuchs oft schwer, im Klinikalltag Zeit für die eigene Forschung aufzubringen. „Welche Förderprogramme es gibt und wie man die Karriere als Forscher und Kliniker planen kann, auch darüber wollen wir auf dem Kongress sprechen“, so Hochhaus.
  • Gemeinsame Sitzungen mit der European Cancer League (ECL), die zeitgleich zum DKK im City Cube die European Conference on Tobacco or Health, kurz ECToH veranstaltet. Geplant sind zwei gemeinsame Sitzungen– eine zum Thema Tabakprävention und eine über neue Nikotin- und Tabakprodukte.

„Darüber hinaus greifen wir das Thema Prävention natürlich auch im Programm des DKK auf“, sagt Hochhaus. „Ich glaube, dass es in den letzten Jahren sträflich versäumt wurde, zu untersuchen, wie man Krebsprävention besser in der Bevölkerung umsetzen kann – auch das gehört zu einer Diskussion um eine optimale Versorgung für alle.“ (mal)

Der DKK 2020 findet statt: 19.-22. Februar 2020, City Cube Berlin.

Für die Anmeldung zum DKK 2020 gelten bis 16.12. Frühbucherpreise.

Infos: www.dkk2020.de

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