Radialis kanülieren

Welche Technik ist besser?

Einstechen oder durchstechen - jedes dieser Verfahren, einen Katheter in die Arteria radialis zu legen, hat seine Anhänger. Ob eine der beiden Techniken der anderen überlegen ist, haben US-Anästhesisten getestet - und wurden überrascht.

Veröffentlicht: 03.02.2014, 06:48 Uhr
Welche Technik ist besser?

A. radialis neben dem M. brachioradialis: Wie der Katheter gelegt wird, hat in einem US-Versuch keinen Unterschied gemacht.

© Springer Verlag

CHICAGO. Eine erweiterte Methode, einen Katheter in Arteria radialis einzuführen, bringt offenbar keine Vorteile. Darauf deuten zumindest Ergebnisse einer kleinen, prospektiven und randomisierten Studie aus den USA.

Dr. Gildasio De Oliveira, Anästhesist an der Northwestern University in Chicago, und ein Team von Mitarbeitern ließen zwölf Assistenzärzte antreten, die insgesamt 126 Patienten mit Radialiskathetern für die kontinuierliche Blutdrucküberwachung versorgen sollten. Zwei Methoden wurden hinsichtlich der Erfolgsquote verglichen.

Methode 1 bestand im einfachen Einstechen in das Gefäß. War arterieller Blutfluss zu beobachten, wurde der Führungsdraht vorgeschoben und der Katheter nach Rückzug der starren Kanüle über den Führungsdraht in die Radialis gelegt.

Im Vorgehen nach Methode 2 wurde die Kanüle nach dem Sichtbarwerden des Arterienblutes tiefer geführt und die Hinterwand der Radialis durchstoßen. Nach Versiegen der Blutung zog der Punkteur die Kanüle zurück, anschließend vorsichtig auch den Katheter, und zwar bis arterielles Blut floss. Weiter in Seldinger-Technik: Einbringen des Führungsdrahts, Vorschub des Katheters bis zur Zielposition.

Der Zufall entschied, nach welchem Verfahren jeweils vorzugehen war. 61 Radialisarterien sollten gemäß Methode 1 und 65 nach Methode 2 mit Kathetern versehen werden (J Crit Care 2014; online 16. Januar).

Die Studienleiter waren eigentlich davon ausgegangen, dass Methode 2 eine höhere Erfolgsquote aufweisen würde. Dahinter steht die Annahme, dass mit dem Durchstechen, Zurückziehen und Vorschieben des Katheters über einen Führungsdraht die möglichen Probleme der Radialiskanülierung leichter zu überwinden sind, beispielsweise eine tangentiale Katheterlage, schwierige Verhältnisse durch Gefäßwindungen und arterielle Spasmen.

Hier gelingt es zwar oft, korrekt einzustechen, anschließend lässt sich der Katheter aber nicht ins Arterienlumen vorschieben.

Wie die Ergebnisse zeigten, hatten sich De Oliveira und Kollegen geirrt. Die Erfolgsquoten bei maximal vier Versuchen unterschieden sich nicht signifikant (Methode 1: 86 Prozent, Methode 2: 88 Prozent).

Im ersten Versuch erfolgreich waren die teilnehmenden Assistenzärzte in 54 Prozent nach Methode 1 und in 38 Prozent nach Methode zwei; auch dies ein statistisch unbedeutender Unterschied. Mit medianen 105 Sekunden dauerte das Legen des Katheters nach Methode 2 allerdings 40 Sekunden länger als mit Methode 1. (rb)

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