Masern

Weltweit sterben täglich 400 Kinder

Etwa 20 Millionen Kinder weltweit haben 2015 keine Masern-Impfung erhalten. Das geht aus einem neuen Masern-Lagebericht internationaler Organisationen hervor.

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GENF. Trotz großer Erfolge im Kampf gegen die Masern sterben nach Angaben internationaler Organisationen weltweit noch jeden Tag etwa 400 Kinder an der Infektionskrankheit. Lückenlose Impfkampagnen könnten dies verhindern, heißt es im neuen Masern-Lagebericht. Veröffentlicht wurde er von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem UN-Kinderhilfswerk (Unicef) sowie der US-Gesundheitsbehörde CDC und der Impfallianz Gavi. Die meisten Todesfälle gibt es demnach weiter in armen Ländern Afrikas und Asiens.

Weltweit gelang es dem Bericht zufolge, die Zahl der Masern-Todesfälle zwischen 2000 und 2015 um 79 Prozent zu senken. Dank Impfkampagnen seien in diesem Zeitraum mehr als 20 Millionen Menschenleben gerettet worden.

Etwa 20 Millionen Kinder allerdings hätten allein 2015 keine Impfung erhalten, 134.000 seien an Masern gestorben. Drei Viertel aller Todesfälle gab es in der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Indien, Indonesien, Nigeria und Pakistan, wo insgesamt zehn Millionen Kinder nicht geimpft worden seien.

In Deutschland liegt in diesem Jahr die Zahl der Masern-Fälle mit 274 bis zum 9. Oktober deutlich unter dem Niveau von 2015, berichtet der "Impfbrief online". Wegen des Ausbruchs in Berlin waren im Vorjahr bis Mitte Oktober bundesweit 2450 Fälle registriert worden. Im Jahr 2016 traten die meisten Fälle in Berlin (73), Brandenburg (33), Sachsen (32), Bayern (29) und Nordrhein-Westfalen (27) auf.

Trotzdem ist die Zahl der Fälle zu hoch: Deutschland hatte sich gegenüber der WHO dazu verpflichtet, die Infektionskrankheit zu eliminieren. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Inzidenz unter einem Fall pro eine Million Einwohner liegen. Das entspricht bundesweit weniger als 80 Masern-Fällen jährlich. (dpa/eis)

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