Adipositas

Weniger Fernsehen - das hilft tatsächlich beim Abspecken

PALO ALTO (mut). Dicke Menschen muss man nicht unbedingt zu mehr Bewegung drängen, damit sie abnehmen. Auch schon, wenn sie weniger fernsehen, nehmen sie ab - weil sie sich dann automatisch mehr bewegen.

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Runter vom Sofa: Weniger Fernsehen hilft beim Abnehmen. © Spauln/fotolia.com

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Viel Sport und Bewegung - das wäre für adipöse Menschen eigentlich die beste Medizin, doch viele scheuen körperliche Bewegung wie der Teufel das Weihwasser - da nützt auch so mancher gut gemeinte ärztliche Rat nichts. Wer es leid ist, seinen dicken Patienten mehr frische Luft zu empfehlen, kann es mit einem anderen Weg versuchen: sie darum bitten, weniger fernzusehen. Das fällt vielen Dicken möglicherweise leichter. Und wer es schafft, bewegt sich automatisch mehr und nimmt sogar etwas ab, hat jetzt eine US-Studie ergeben (Arch Intern Med 169, 2009, 2109).

In der Untersuchung von Ärzten aus Palo Alto in Kalifornien wurde der Fernsehkonsum, der Kalorienbedarf und die Kalorienaufnahme zunächst drei Wochen lang bei 40 Teilnehmern mit einem BMI von durchschnittlich 32 ermittelt. So erhielten die Teilnehmer ein Armband mit Bewegungssensoren, die die körperliche Aktivität und damit den Kalorienbedarf aufzeichneten. Die Kalorienaufnahme wurde per Fragebogen ermittelt. Um den Fernsehkonsum zu messen, wurde ein spezielles Gerät in die Fernseheranlage eingebaut. Nach Daten aus diesem Gerät schauten die Teilnehmer in dieser ersten Phase im Schnitt fünf Stunden täglich fern. In der zweiten Studienphase sollten 20 Teilnehmer den Fernsehkonsum um 50 Prozent reduzieren. Damit sie das auch taten, schaltete das eingebaute Gerät den Fernseher automatisch ab, wenn das vorgegebene wöchentliche Limit erreicht wurde. In der Kontrollgruppe gab es dagegen keine Einschränkungen.

Und so fielen die Ergebnisse aus: In der Interventionsgruppe reduzierte sich der Fernsehkonsum um drei Stunden täglich, doch auch in der Kontrollgruppe nahm er etwa um 45 Minuten ab. Drei Stunden weniger fernzusehen als bisher führte dazu, dass die Teilnehmer weniger aßen (minus 125 kcal/d), mehr Energie benötigten (plus 119 kcal/d) und dadurch ihre Energiebilanz verbesserten (minus 244 kcal/d), was wiederum das Gewicht reduzierte (minus 0,7 kg in drei Wochen). In der Kontrollgruppe gab es dagegen kaum Änderungen. Obwohl die Teilnehmerzahl relativ klein und die Studiendauer kurz war, war der Unterschied zumindest beim erhöhten Energiebedarf signifikant - die Teilnehmer bewegten sich offenbar deutlich mehr als zuvor.

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