Direkt zum Inhaltsbereich

Wer Eltern gegen Pertussis impft, schützt Babys vor schwerem Infekt

NEU-ISENBURG (eis). Keuchhusten kann bei Säuglingen schwer und sogar tödlich verlaufen. Meistens stecken sich die Babys in der Familie an, wie jetzt eine internationale Studie bestätigt hat. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät daher, alle Personen zu impfen, die engen Kontakt zu Säuglingen haben oder absehbar haben werden.

Veröffentlicht:

Wie wichtig diese STIKO-Empfehlung ist, bestätigen jetzt die Daten der internationalen Pertussis-Studie. Fast drei Viertel der infizierten Säuglinge stecken sich danach bei den Eltern oder den Geschwistern an. Das berichten Dr. Aaron M. Wendelboe von der Universität of North Carolina in Chapel Hill und seine Kollegen (Ped Inf Dis J 26, 2007, 293).

Eltern waren dabei die häufigste Ansteckungsquelle (55 Prozent) gefolgt von Geschwistern (16 Prozent), Onkel und Tanten (10 Prozent), Freunde, Cousins und Cousinen (10 Prozent), Großeltern (6 Prozent) sowie Babysitter und Tagesmütter (2 Prozent).

In die prospektive Studie waren 95 Säuglinge im Alter bis sechs Monate mit laborbestätigtem Keuchhusten aufgenommen worden. Durch Untersuchungen von 404 Kontaktpersonen wurde die Ansteckungsquelle bei etwa 80 Prozent der Kinder geklärt.

In Deutschland kann die Umsetzung der STIKO-Empfehlungen zu Pertussis schwierig sein. Da es keinen Mono-Impfstoff dagegen gibt, kann nur mit Kombivakzinen geimpft werden, die immer auch zusätzliche Tetanus- und Diphtherie-Komponenten (Td) haben. Mindestens fünf Jahre sollten aber in der Regel zwischen Td-Impfungen liegen. Wird deshalb der Td-Schutz fällig, sollte immer auch eine Pertussis-Indikation abgeklärt und gegebenenfalls dagegen mitgeimpft werden, so die STIKO.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Bei Tetanus-Schutz an Pertussis denken!

Mehr zum Thema

Konkurrenz für Primärpraxen?

Reformpaket beschlossen: Apotheker rücken zu Hausärzten in zweiter Reihe auf

US-Datenbank-Analyse

Hochdosierter Influenza-Impfstoff könnte Demenz vorbeugen

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

© Aitor Diago | Getty Images

Wer, wann, womit?

Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Elternzeit, Krankheitsvertretung und Co.

Befristete Arbeitsverträge: Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte