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Bei Tetanus-Schutz an Pertussis denken!

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:

Es ist paradox: Je öfter in einem Land Kinder gegen Pertussis geimpft werden, desto öfter erkranken Erwachsene daran. Das könnte daran liegen, dass Erwachsene wegen abnehmender Erreger-Zirkulation nur noch selten mit dem Keim in Kontakt kommen. Hierdurch werden die Abwehrkräfte gegen Pertussis nur noch selten auf natürlichem Weg geboostert.

Dass Keuchhusten bei Erwachsenen in Deutschland unterschätzt wird, hat die Krefeld-Rostocker Erwachsenen-Studie zur Hustengenese ergeben. Die Botschaft der Studie: Hat ein Erwachsener keine chronische Atemwegserkrankung und dauert bei ihm ein Husten länger als sieben Tage, dann hat etwa jeder zehnte Betroffene Pertussis. In Sachsen wird deshalb seit dem Frühjahr allen Erwachsenen die Keuchhusten-Impfung zusammen mit dem Tetanus- und Diphtherie-Schutz alle zehn Jahre empfohlen. Und auch in der Ständigen Impfkommission wird über eine solche Empfehlung diskutiert.

Da gegen Keuchhusten nur zusammen mit Tetanus und Diphtherie geimpft werden kann, sollte schon heute bei jeder Tetanus-Impfung auch eine mögliche Indikation zum Keuchhusten-Schutz abgeklärt werden. Empfohlen wird die Impfung zum Beispiel Frauen mit Kinderwunsch, werdenden Eltern, Großeltern, Geschwistern sowie Tagesmüttern und anderen, die beruflich mit Säuglingen und Kleinkindern zu tun haben. Und für die meisten anderen Erwachsenen ist die Pertussis-Impfung ein sinnvolles IGeL-Angebot.

Lesen Sie dazu auch: Wer Eltern gegen Pertussis impft, schützt Babys vor schwerem Infekt

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