Direkt zum Inhaltsbereich

Studie bestätigt

Wer langsam isst, ist seltener dick

Langsam essen schützt vor dem Dickwerden. Im Umkehrschluss: Wer Mahlzeiten hastig hinunterschlingt, entwickelt eher krankhaftes Übergewicht. Diesen Zusammenhang haben nun japanische Forscher in einer Studie mit Diabetikern bestätigt.

Veröffentlicht:
Mit Genuss essen. Wer sich dabei zudem noch Zeit lässt, tut auch seiner Figur etwas Gutes, hat nun eine Studie bestätigt.

Mit Genuss essen. Wer sich dabei zudem noch Zeit lässt, tut auch seiner Figur etwas Gutes, hat nun eine Studie bestätigt.

© spotmatikphoto / stock.adobe.com

FUKUOKA.. Schon seit längerem gibt es eine Bewegung, die sich bewusst vom Fast Foodkonsum abgrenzen will. Ein Aspekt dabei: das genussvolle, bewusste Essen mit Zeit. Daher der Name Slow Food. Das scheint auch gesundheitlich Sinn zu machen.

Japanische Forscher der Kyushu Universität in Fukuoka haben nun gezielt einer Studie die Daten aus den Jahren 2008 bis 2013 von rund 60.000 Menschen im Hinblick auf die Essgeschwindigkeit und den Effekt auf das Gewicht ausgewertet. Neben der Essgeschwindigkeit (schnell, normal und langsam) werteten die Wissenschaftler auch andere Lebensstilparameter aus, wie Alkoholkonsum, Zigarettenrauchen, Snack-Konsum und Schlafzeiten.

Das wesentliche Ergebnis der jetzt im Fachmagazin "British Medical Journal" publizierten Studie (doi:10.1136/bmjopen-2017-019589): Eine Verringerung der Essgeschwindigkeit kann dazu beitragen, Übergewicht, BMI und Taillenumfang zu reduzieren und damit letztlich auch gesundheitliche Folgen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und Krebs-Erkrankungen zu verhindern. Auch der Verzicht auf abendliche Snacks und auf Mahlzeiten weniger als zwei Stunden vor dem Schlafengehen schützt der Studie zufolge vor dem Dickwerden.

Die japanischen Wissenschaftler haben für ihre Untersuchung konkret die Gesundheitsdaten von Männern und Frauen über 40 Jahren ausgewertet, die bei einem Screening-Programm medizinische Check-ups durchlaufen und in Fragebögen Angaben zu ihrem Essverhalten gemacht hatten. Bei alle Teilnehmer war ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert worden.

Die meisten der Teilnehmer (33.455) beschrieben ihre Essgeschwindigkeit als "normal". 22.070 gaben zu, ihre Mahlzeiten meist schnell hineinzuschaufeln, nur wenige (4192) gaben an, eher genüssliche Langsam-Esser zu sein. In der Gruppe der Langsam-Esser waren überdurchschnittlich viele Frauen (44 %) und deutlich weniger stark Übergewichtige (22 %) als in der Gruppe der Normal- und Schnell-Esser. Sie waren um die Taille herum etwas schlanker (im Mittel 80 cm) und hatten einen niedrigeren Body-Mass-Index (BMI) von im Mittel 22,3. Zum Vergleich: In der Gruppe der Schnellesser gab es nur rund 27 % Frauen und der mittlere BMI betrug 25, der Taillenumfang 87 cm.

Als einen Grund für den Zusammenhang vermuten die Forscher, dass Schnell-Esser "über den Hunger essen" – sie futtern also noch weiter, obwohl der Kalorienbedarf längst gedeckt und der Hunger gestillt ist. Langsam-Esser hingegen spürten rechtzeitig, dass sie satt sind, und nähmen so weniger Kalorien auf. Die Forscher schränken allerdings ein, dass die Angaben zur Essgeschwindigkeit auf der Selbsteinschätzung der Teilnehmer beruhten und nicht objektiv ermittelt wurden. (run mit dpa-Material)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Statine, Inkretine und Co.

HIV und Herzgesundheit: Frühes Handeln ist entscheidend!

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Dr. Stefan Graf 15.02.201807:38 Uhr

Anderes Studiendesign

Wirklich neu und überraschend sind die Ergebnisse nicht. Dass das Sättigungsgefühl etwa 15 Minuten verspätet einsetzt, ist ein "alter Hut". Es ist nach dieser Studie letztlich nicht die Essgeschwindigkeit, sondern die aufgenommene (Energie)Menge, die für die Gewichtszunahme verantwortlich ist. Wollte man wirklich den Einfluss der Verzehrgeschwindigkeit untersuchen, müsste man standardisiserte 24h-Nahrungsaufnahmen über einen längeren Zeitraum von verschiedenen randomisierten Probandengruppen in unterschiedlichen, definierten Essgeschwindigkeiten konsumieren lassen.

Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Wann zählt die FSME-Impfung bei der Vorhaltepauschale mit?

Lesetipps
Ehrenamtliches Engagement beeindrucke sie nicht nur, „es berührt mich“, erklärte die einstige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

© David Vogt

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt

Bei der Springer Medizin Gala wurden die Preisträger des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards gekürt.

© Marc-Steffen Unger

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026