Wer seine Helferinnen gegen Grippe impft, schützt auch Patienten

NEU-ISENBURG (eis). Mitarbeiter in Praxen und Kliniken unterschätzen oft die Gefahr durch Influenza. Besonders das Risiko, bei eigener Infektion Viren auf Patienten zu übertragen, werde häufig übersehen, warnt Professor Friedrich Hofmann aus Wuppertal. Viel zu wenig Menschen in medizinischen Berufen seien gegen Influenza geimpft.

Veröffentlicht:

Der Arbeitsmediziner von der Bergischen Universität und seine Kollegen haben 32 Studien zu Influenza-Impfprogrammen für Menschen in medizinischen Berufen in westlichen Industrieländern analysiert (Infection 34, 2006, 142). In nur sieben Programmen hatten sich mehr als 50 Prozent der Teilnehmer impfen lassen. Als Gründe dagegen wurden angeführt:

  • Angst vor Impfreaktionen oder Injektionen,
  • die falsche Annahme, der Impfstoff könne Influenza hervorrufen,
  • "hatte keine Zeit für die Impfung",
  • "habe gute Abwehrkräfte und brauche die Impfung nicht",
  • "keine schwere Krankheit",
  • "der Impfstoff wirkt nicht".

Mit Informationen sollte solchen Argumenten entgegengewirkt werden, so Hofmann. Besonders müsse vermittelt werden, daß die Impfung von Mitarbeitern in Praxen und Kliniken vorrangig dem Schutz von Patienten dient.

So seien Erwachsene mit Influenza bereits einen Tag vor Beginn der Symptome und fünf Tage nach Abklingen infektiös. Oft würde eine Influenza gar nicht bemerkt. So wurde in einer Studie mit 518 Menschen in medizinischen Berufen während einer Grippewelle bei 23 Prozent serologisch eine Influenza-Infektion belegt.

Knapp zwei Drittel davon konnten sich an die Influenza-Infektion nicht und knapp ein Drittel noch nicht einmal an eine Atemwegsinfektion erinnern. In einer weiteren Studie wurde belegt, daß bei einer Grippewelle die Sterberate in Altenheimen mit geimpftem Personal deutlich niedriger ist als in Heimen ohne Impfprogramm.

Ärzte können ihre Helferinnen, weil sie einer Risikogruppe angehören, auf GKV-Kosten gegen Grippe impfen, sagte Dr. Peter Schlüter aus Hemsbach zur "Ärzte Zeitung". Bei alleiniger Impfleistung entfällt die Praxisgebühr.

Mehr zum Thema

Gehäufte Infektionen in Südengland

Meningitis B: Das sind Warnzeichen – das ist zu tun

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Insbesondere Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin

Antibiotika wirken sich offenbar langfristig auf das Darmmikrobiom aus

Lesetipps
5 Blutproben in Röhrchen

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Chronische Erkrankungen

Diese fünf Biomarker weisen auf Multimorbidität hin