Kardiomyopathie

Wie Alkohol das Herz schädigt

Forscher haben den Entstehungsmechanismus der alkoholischen Kardiomyopathie aufgeklärt.

Veröffentlicht:

MAINZ. Bei einem Fünftel der Herzinsuffizienz-Patienten ohne Herzinfarkt in der Vorgeschichte ist Alkoholmissbrauch Ursache der Herzschwäche, teilt die Universitätsmedizin Mainz mit. Forschern haben nun herausgefunden, auf welche Weise Ethanol das Herz schädigt (Sci Rep 2016; 6: 32554).

Obwohl bereits vermutet wurde, dass Stoffwechselprodukte des Ethanols eine wichtige Rolle in der Entstehung der alkoholischen Kardiomyopathie spielen, blieb der genaue Entstehungsmechanismus ungeklärt.

Mainzer Wissenschaftler haben jetzt nachgewiesen, dass Ethanol durch das Abbauprodukt Acetaldehyd – über die Aktivierung der NADPH-Oxidase (NOX2) – zu einer vermehrten Produktion von Sauerstoffradikalen in den Kardiomyozyten führt.

Die Sauerstoffradikale stören wiederum die Funktion der Mitochondrien als "Kraftwerke" der Zelle, heißt es in der Mitteilung. Durch das Fehlen von chemischer Energie werde zunächst die Fähigkeit der Herzmuskelzellen zur Kontraktion beeinträchtigt.

Im weiteren Verlauf sterben die Zellen ab und werden durch Narbengewebe ersetzt. Es kommt zur irreparablen Schädigung des Muskels und so zur chronischen Herzinsuffizienz.

Mit diesen Erkenntnissen erhoffen sich die Forscher, die Aufklärung und Therapie von Patienten mit übermäßigem Alkholkonsum zu verbessern. (grz)

Mehr zum Thema

Chronische Herzinsuffizienz nach Dekompensation

Vericiguat ergänzt den Schutz der Basistherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen

Gastbeitrag

Bestimmt das Geschlecht die Behandlungsergebnisse?

Galenus-Kandidat 2022

Jardiance® – verbesserte Prognose bei chronischer Herzinsuffizienz

Das könnte Sie auch interessieren
Johanniskraut: Eine vorteilhafte Option bei einer Depression

© Tania Soares | EyeEm

Corona und Depression

Johanniskraut: Eine vorteilhafte Option bei einer Depression

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Johanniskraut kann mehr als bisher angenommen

© koto-feja, LordRunar | iStock

So wirkt Johanniskraut

Johanniskraut kann mehr als bisher angenommen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Faktencheck: Johanniskrautextrakt vs. Citalopram

© ChristianChan | iStock

Depressionen behandeln

Faktencheck: Johanniskrautextrakt vs. Citalopram

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Niere hält nicht ewig stand

© Astra Zeneca

ckd-erkennen.de

Die Niere hält nicht ewig stand

Anzeige | AstraZeneca GmbH
Was die neuen ESC-Leitlinien bedeuten

© Novartis Pharma GmbH

HFrEF-Basistherapie

Was die neuen ESC-Leitlinien bedeuten

Anzeige | Novartis Pharma GmbH
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Essen nach der Uhrzeit: Beim periodischen Fasten lassen sich offenbar bessere Diät-Ergebnisse erzielen.

© dusk / stock.adobe.com

Diät

Periodisches Fasten lässt wohl mehr Kilos purzeln

Dr. Ralph von Kiedrowski ist mit seiner Praxis komplett digital aufgestellt. Aber einen TI-Anschluss lehnt er bisher ab.

© Porträt: BVDD | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Dermatologe von Kiedrowski: Die dunkle und die helle Seite der Digitalisierung

„Gespräche werden in den kommenden Wochen beginnen“: Dr. Doris Reinhardt, Spitzenkandidatin der Hausarztliste, und MEDI-Spitzenkandidat Dr. Karsten Braun.

© li: Privat re: Jochen Schreiner

Ergebnis der KV-Wahl in Baden-Württemberg

Hausärzteverband und MEDI bekräftigen Willen zur Vorstandsbildung