Erforscht

Wie Nervennetze entstehen

Wie sich Nervenzellen im Gehirn zum sogenannten habenularen Nervennetz verbinden, haben Forscher aus Mannheim herausgefunden.

Veröffentlicht:

MANNHEIM. Die meisten Nervenbahnen finden sich ja zweimal im Gehirn, einmal auf der rechten und einmal auf der linken Gehirnhälfte. Die Entwicklung der meist spiegelbildlichen Nervenbahnen verläuft wohl sehr ähnlich. Selbstverständlich ist das nicht, da sich die Gehirnhälften in ihrer Anatomie und Funktion erheblich unterscheiden.

Es stellt sich daher die Frage, wie die Nervenbahnen ihren oft weiten Weg durch das Gehirn zu ihren Zielorten finden. Und wie kann dies in beiden Gehirnhälften in ähnlicher Weise geschehen, wo sich diese doch voneinander unterscheiden?

Das Team um Privatdozent Dr. Matthias Carl hat diese Fragen nun erforscht. Die Wissenschaftler untersuchten in Zebrafischen das sogenannte habenulare Nervennetz, dessen Funktion im Menschen mit pathophysiologischen Syndromen wie Depression und Schizophrenie in Verbindung gebracht wird (Curr Biol 2016; 27: 1-9).

Carl und seine Kollegen konnten zeigen, dass aus dem Thalamus stammende Nervenzellen notwendig sind, damit die habenularen Nervenbahnen auf beiden Seiten des Gehirns ihr Ziel finden: Die thalamischen Nervenzellen senden Signale an die habenularen Nervenzellen, die ihnen signalisieren, zu welchem Zeitpunkt sie ihre Nervenbahnen ausformen sollen.

Zerstörten die Wissenschaftler die thalamischen Nerven mit einem Laser auf einer Seite des Gehirns, war das synchrone Wachstum der habenularen Nervenbahnen gestört und die Verbindungen zwischen den Gehirnhälften wurden nicht mehr gebildet. Dies hatte zur Folge, dass die Nervenbahnen auf beiden Seiten des Gehirns aufhören zu wachsen. Bislang war eine kommunikative Rolle von Nervenbahnen, die die Gehirnhälften miteinander verbinden, nur bei der Gehirnfunktion bekannt. Dass diese Kommissuren auch während der Entstehung von Nervennetzen eine so fundamentale Rolle zu spielen scheinen, ist neu. Die Forscher halten es für gut denkbar, dass der entdeckte Mechanismus auch von anderen Nervennetzen zur Entstehung genutzt werden könnte. (eb)

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