Unklare Datenlage

Wie schädlich sind Laserdrucker?

Viele fürchten, dass Emissionen aus Laserdruckern zu gesundheitlichen Problemen führen könnten. Dazu gibt es jedoch keine evidenzbasierten Daten.

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KÖLN. In Fallbeschreibungen wird immer wieder über gesundheitliche Beschwerden wie Augenreizungen, Atemwegsprobleme oder Kopfschmerzen berichtet, die beim Arbeiten im Umfeld von Laserdruckern auftreten.

Ein Kausalzusammenhang sei allerdings oft nicht belegt, sagte Privatdozent Dr. Rudolf A. Jörres, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Klinikum der LMU München, beim 10. Deutschen Allergiekongress in Köln.

Bekannt ist zwar, dass Laserdrucker je nach Modell Nanopartikel in unterschiedlicher Menge ausstoßen. Die gesundheitliche Relevanz solcher Emissionen wird jedoch kontrovers diskutiert. In vitro-Studien mit verschiedenen Zell-Linien - Atemwegsepithelzellen, Makrophagen und Lymphoblasten - weisen zum Beispiel darauf hin, dass Emissionen aus Laserdruckern ungünstige Auswirkungen auf die Atemwege haben können: Die Partikelbelastung führte zu Schädigungen der Zellmembran, einer erhöhten Bildung Reaktiver Sauerstoff-Spezies (ROS) sowie einer vermehrten Freisetzung proinflammatorischer Zytokine. Solche Studien seien zwar aufschlussreich, aber nur bedingt auf den Menschen übertragbar, so Jörres.

Keine Belege für Gesundheitsschäden

So fanden sich zum Beispiel in einer eigenen Expositionsstudie, die vom Klinikum der LMU München in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) durchgeführt und von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gefördert wurde, keine Belege, dass Emissionen aus Laserdruckern messbare Gesundheitsschäden hervorrufen.

Teilnehmer der Studie waren 23 gesunde Kontrollpersonen sowie 14 Probanden mit leichtem Asthma und 15 Betroffene mit anamnestischen Beschwerden beim Umgang mit Laserdruckern. Die Probanden wurden unter standardisierten Bedingungen über jeweils 75 Minuten sowohl extrem hohen als auch sehr niedrigen Emissionen ausgesetzt.

Um mögliche respiratorische Effekte zu überprüfen, wurden vor und nach der Exposition unter anderem verschiedene Lungenfunktionsmessungen durchgeführt sowie Zytokine in Nasensekret und Serum bestimmt. Die Auswirkungen der Druckeremissionen waren gering bis sehr gering - auch nach den extrem hohen Expositionsleveln und obwohl Personen eingeschlossen waren, die als besonders sensitiv gelten können, so Jörres.

Es sei zwar denkbar, dass Emissionen aus Laserdruckern eine gesundheitsschädliche Potenz haben, fasste Jörres die derzeitige Datenlage zusammen, klinische Evidenz gibt es dafür allerdings bislang nicht. (abd)

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