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"Wir bauen Brücken zwischen Klinik und Forschung"

Einer der neun diesjährigen Leibniz-Preisträger ist der Hannoveraner Pädiater Professor Christoph Klein von der MHH. Er hat Gendefekte identifiziert, die Auslöser für - meist sehr seltene - Immunerkrankungen sind.

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HANNOVER (eb). In der Begründung der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Verleihung des mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preises an den Arzt heißt es: "Christoph Klein verbindet medizinische Grundlagenforschung und klinische Praxis auf höchstem Niveau, was in Deutschland immer noch eher selten ist". Klein hat mit seinem Team auf der Grundlage genetischer Analysen mehrere Gendefekte identifiziert, die schwere, oft tödliche und zumeist sehr seltene Erkrankungen des Immunsystems auslösen.

Besonders bedeutsam ist Kleins Entdeckung, dass ein Defekt in dem Enzym Glukose-6-Phosphatase dazu führt, dass von Geburt an zu wenig oder gar keine neutrophilen Granulozyten im Blut zu finden sind. Vor allem Kinder mit dieser Erbkrankheit haben bislang kaum Überlebenschancen. Kleins Arbeiten eröffnen hier neue Therapieaussichten, nicht zuletzt durch die somatische Gentherapie, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft mitteilt. Klein gilt als Pionier der Gentherapie für Patienten mit Wiskott-Aldrich-Syndrom, ein Immundefekt, der mit einer Thrombozytopenie einhergeht.

Der Pädiater sieht in dem Preis eine Ehrung, "die ich stellvertretend entgegennehme für alle in meinem Team, die mit großem Enthusiasmus und mit weit über das normale Maß hinausgehendem Engagement helfen, Brücken zwischen Klinik und Forschung zu bauen und noch tragfähiger zu machen", so Klein.

Die vergangenen 40 Jahre seien eine Erfolgsgeschichte für die pädiatrische Onkologie gewesen, so Klein: "Ohne die Mechanismen bis ins Detail zu kennen, können wir heute 70 bis 80 Prozent der kleinen Patienten heilen." Er halte die Zeit nun für reif, sich den genetischen Ursachen solcher Erkrankungen zuzuwenden. Die Genveränderungen bei Krebs seien jedoch so komplex, "dass wir uns zunächst mit den Krankheiten beschäftigen, bei denen die Ursache nur ein mutiertes Gen ist." Sie seien Modellsysteme, um die komplexen Krankheiten besser zu verstehen. Informationen der DFG zum Leibniz-Preisträger: http://www.dfg.de/gefoerderte_projekte/wissenschaftliche_preise/leibniz-preis/2010/klein/index.html

Lesen Sie dazu auch: Der Leibniz-Preis geht auch an einen Arzt

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