Direkt zum Inhaltsbereich

Wird Testosteron substituiert, wirkt der PDE-5-Hemmer wieder

HAMBURG (awa). Wirkt ein PDE-5-Hemmer bei Männern mit erektiler Dysfunktion nicht, kann der Grund ein Testosteronmangel sein. Eine Testosteron-Substitution lindert dann nicht nur Hypogonadismus-Symptome, sondern sorgt dafür, dass die Männer wieder besser auf PDE-5-Hemmer ansprechen.

Veröffentlicht:

"Eine Erektionsstörung sollte nie isoliert betrachtet werden, denn sie ist fast immer Symptom einer Grunderkrankung wie Diabetes, Bluthochdruck oder einer Hormonstörung." Daran hat der Urologe und Androloge Professor Theodor Klotz vom Klinikum Weiden erinnert.

Schätzungen zufolge haben knapp 20 Prozent der Männer in Deutschland eine erektile Dysfunktion (ED) und davon drei bis vier Prozent einen Hypogonadismus. Testosteron beeinflusse nicht nur die Libido von Männern, sondern erhalte auch die strukturelle Integrität des Schwellkörpers, sagte Klotz bei einer Veranstaltung des Unternehmens Jenapharm in Hamburg. Bei Testosteronmangel kommt es zur Apoptose der glatten Muskelzellen und Einlagerung von Fettzellen statt Muskelzellen im Penisgewebe. Die Bindegewebshaut des Penis erschlafft und weniger Stickstoffmonoxid, ein wichtiger Botenstoff für eine Erektion, wird freigesetzt.

Hypogonadismus-Symptome lassen sich nach Angaben von Klotz durch eine Testosteron-Substitution gut lindern, und werde der Testosteronmangel behoben, wirke auch ein PDE-5-Hemmer wieder. Das ergab eine Doppelblind-Studie mit 72 Männern mit Hypogonadismus, die schlecht auf Sildenafil ansprachen. Sie erhielten zwölf Wochen lang Sildenafil und ein Testosteron-Gel (Testogel®) oder Placebo. Mit der Kombinations-Therapie verbesserten sich Erektionsqualität und Potenz deutlich.

Testosteron sollte jedoch nur bei Männern substituiert werden, die klinische Hypogonadismus-Symptome wie Osteoporose, Anämie, Leistungsschwäche, Libodoverlust oder eine Potenzschwäche haben, wenn zugleich der Testosteron-Wert unter 10 bis 12 nmol/l liegt, sagte Klotz. Dazu muss das Gesamttestosteron und das sexualhormonbindende Globulin zweimal am besten morgens gemessen und danach das freie Testosteron berechnet werden. Es sollte erst der Testosteronmangel ausgeglichen werden, bevor PDE-5-Hemmer angewendet werden.

Klotz wies darauf hin, dass das Testosteron-Gel von Männern selbst täglich auf unbehaarte Körperstellen, jedoch nicht auf der Brust, fünf bis zehn Minuten einmassiert werden sollte.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening

Lesetipps
Eine Frau zieht einen Kompressionsstrumpf auf ihr rechtes Bein.

© Itana / Stock.adobe.com

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?

Eine Tonsillektomie wird im OP durchgeführt.

© ShvedKristina / stock.adobe.com

Verschiedene Verfahren

Vergleichsstudie: Weniger Schmerzen nach intrakapsulärer Tonsillektomie