Tropenkrankheit

Zahl der Ebola-Infektionen steigt in Uganda: Reiseverbot verhängt

Bisher 58 Infizierte, 19 Todesfälle: Der Ebola-Ausbruch in Uganda ist noch nicht gestoppt. Aber noch bleibt das Infektionsgeschehen lokal begrenzt.

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An der Grenze zwischen Uganda und Kongo werden die Menschen auf Ebola gescreent. So soll eine Ausbreitung der Seuche verhindert werden.

An der Grenze zwischen Uganda und Kongo werden die Menschen auf Ebola gescreent. So soll eine Ausbreitung der Seuche verhindert werden.

© Nicholas Kajoba / AA/ picture alliance

Kampala. Im ostafrikanischen Uganda ist nach einem Ebola-Ausbruch die Zahl der Todesfälle auf 19 gestiegen. Insgesamt seien 58 Menschen mit der tödlichen Krankheit infiziert worden, teilte Präsident Yoweri Museveni während einer Fernsehansprache am Samstag mit.

Zwanzig Menschen seien bislang genesen. Museveni verhängte ein Ein- und Ausreiseverbot aus den am stärksten betroffenen Distrikten Mubende und Kassanda im Zentrum des Landes. Außerdem hat Ugandas Regierung am Samstagabend einen Lockdown über zwei von Ebola betroffene Bezirke verhängt. Kirchen, Märkte und Bars bleiben auf Anordnung Musevenis ab sofort geschlossen. Die Restriktionen sollen für mindestens drei Wochen gelten, wie örtliche Medien (Sonntag) berichten.

Bestattungen nur noch durch Gesundheitspersonal

Demzufolge gilt für die betroffenen Gebiete auch eine nächtliche Ausgangssperre. „Sämtliche Bestattungen sollen fortan von Gesundheitspersonal vorgenommen werden, gleich ob jemand an Ebola starb oder nicht“, so Museveni. Schulen in den Bezirken Mubende und Kassanda sollen den Unterricht vorerst fortsetzen.

Der Ausbruch war bekannt geworden, nachdem ein 24-jähriger Mann Ende September gestorben war. Nach seinem Tod wurde bei dem Patienten die seltene Sudan-Variante des Virus nachgewiesen, für die bislang noch kein Impfstoff verfügbar ist. Wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus vor kurzem verkündete, könnte Uganda „in den kommenden Wochen“ klinische Studien mit Impfstoffkandidaten starten.

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC empfiehlt, den Ausbruch genau im Blick zu behalten. Aufgrund der geringen Fallzahlen geht die Behörde allerdings nur von einem lokalen Infektionsgeschehen aus. Eine Einreisekontrolle von Reisenden aus Uganda empfahl die ECDC daher nicht. Allerdings sollten sich alle Reisenden nach Uganda an die Sicherheitsvorkehrungen des ugandischen Gesundheitsministeriums halten, um eine Infektion zu verhindern. (dpa/KNA)

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