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Zirkumzision senkt Risiko einer HIV-Infektion

TORONTO (awa). Sind Männer beschnitten, sinkt nach Daten einer südafrikanischen Studie, das Risiko einer HIV-Infektion durch heterosexuelle Sexualkontakte, um 60 Prozent. Neue Studien bestätigen das (wie berichtet). Sie ergaben auch: Männer haben nach Zirkumzision nicht vermehrt riskanten Sex.

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Infos zur ambulanten Versorgung und zur klinischen Forschung bieten Ärzte des HIV-Schwerpunkts am Klinikum der Uni Frankfurt am Main: www.hivcenter.de.

Aus Kenia gibt es jetzt erste Ergebnisse einer Studie, die Dr. Robert Bailey aus Chicago auf der Weltaidskonferenz in Toronto in Kanada vorstellte. 2 784 HIV-negative Männer zwischen 18 und 24 Jahren aus Kenia wurden ausführlich über HIV-Infektion und Prävention aufgeklärt.

Nach einem Zufallsverfahren wurden die Männer entweder aufgeklärt und beschnitten oder nur aufgeklärt. Die erste Auswertung der Daten der 744 Männer, die bereits seit 24 Monaten teilnahmen, ergab 1,8 Prozent Neuinfektionen in der gesamten Studienpopulation. Erwartet wurden 2,5 Prozent Neuinfektion in der Kontrollgruppe.

In welchem Ausmaß die Beschneidung dazu beigetragen habe, könne erst die endgültige Auswertung belegen, so Bailey. Zusätzlich sei in beiden Gruppen der Anteil der Männer, die immer Kondome benutzten, von 20 auf fast 40 Prozent gestiegen. Der Anteil der Männer, die Prostituierte aufsuchten, sank von etwa 20 auf weniger als 10 Prozent.

Eine prospektive Verlaufsbeobachtung über 18 Monate von 2801 Männern aus Kericho in Kenia ergab signifikante Unterschiede der Infektionsrate: 7,3 Prozent bei den 1 321 beschnittenen und 24,9 Prozent bei den 398 unbeschnittenen Männern. Signifikant unterschied sich auch die Rate der Neuinfektionen: 0,8 Infektionen pro 100 Personenjahre (PJ) bei Beschnittenen, 3 Infektionen pro 100 PJ bei Unbeschnittenen.

Bei 20 Prozent Zirkumzisionen innerhalb von fünf Jahren könnten 68 000 Infektionen verhindert werden, so Dr. Kawango Mesesan, New Haven, USA. Steige riskantes Sexualverhalten jedoch um 30 Prozent, seien es nur noch 18 000 Infektionen weniger. Mesesan plädierte für Beschneidung bei Männern als zusätzliche Präventionsmethode, allerdings nur in Verbindung mit ausführlicher HIV-Präventionsberatung.

Nach seinen Angaben haben Befragungen in neun afrikanischen Ländern ergeben, daß etwa 80 Prozent der Männer Beschneidung akzeptieren würden. Der protektive Effekt ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß in der Vorhaut besonders viele Langerhanszellen zu finden sind. Sie dienen als Wirtszellen für HIV.

 

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