Zu wenig Geld für die Aids-Bekämpfung

TORONTO (dpa). Zum Abschluß der Weltaidskonferenz in Toronto haben Experten eindringlich zu einer besseren Vorsorge und zu mehr Engagement der Politik im Kampf gegen HIV aufgerufen. "Wir haben alle wissenschaftlichen Hinweise, um Millionen Menschen zu retten. Jetzt brauchen wir den langfristigen politischen Willen, es auch zu tun", sagte Peter Piot, Direktor des Aidsbekämpfungsprogramms UNAIDS der Vereinten Nationen.

Veröffentlicht:

Die Probleme durch Aids seien nur mit dem Klimawandel oder lang dauernden Kriegen vergleichbar. In den vergangenen 25 Jahren sind etwa 25 Millionen Menschen an der Virusinfektion gestorben - aus dieser Erfahrung gelte es zu lernen. "Wenn wir diese Möglichkeit versäumen, weil wir nicht handeln oder uns keine meßbaren Ziele setzen, wäre das eine Schande", sagte Helene Gayle, Präsidentin der Internationalen Aidsgesellschaft (IAS) und eine der beiden Vorsitzenden des Treffens. Die Krankheit bekomme nicht die ihr zustehende Aufmerksamkeit, ergänzte ihr Kollege Mark Wainberg. Die bisher größte Weltaidskonferenz endete am Freitag, das nächste Treffen findet in zwei Jahren in Mexiko statt.

Das deutsche Aktionsbündnis gegen Aids kritisierte wie andere Hilfsorganisationen, es sei "ein Schlag ins Gesicht der Armen, daß diese Konferenz ohne ausreichende Finanzierungszusagen endet". Während der Tagung hatten viele der etwa 24 000 Teilnehmer immer wieder beklagt, daß die reichen Länder der G8-Gruppe ihre mehrfach gegebenen Spendenzusagen nicht erfüllen und daher viele Millionen Menschen unnötig an Aids sterben.

UNAIDS beziffert den Finanzbedarf im Jahr 2007 auf 18,1 Milliarden Dollar (14,6 Milliarden Euro), bislang seien nur etwa 10 Milliarden Dollar angekündigt oder zugesagt.

Ein Forschungsziel ist, Medikamente zu finden, mit denen sich Frauen eigenständig vor der Infektion schützen können. Die Mikrobizide genannten Gele könnten in einigen Jahren verfügbar sein. Ein Impfstoff zeichnet sich weiter nicht ab. Etwas Hoffnung geben neue Studien zur Beschneidung von Männern, die deren Infektionsrisiko senken könnte. Ärzte setzen auch darauf, Risikogruppen präventiv HIV-Medikamente zu geben.

Piot forderte, grundlegende Ursachen von Aids zu bekämpfen: Armut, Ausgrenzung der Infizierten und die Unterdrückung von Frauen. Wer Medikamente bekomme, müsse sie über Jahrzehnte erhalten. Dafür müsse die internationale Gemeinschaft über Jahrzehnte Geld an die zentrale Spendensammelstelle, den Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria, geben.

Lesen Sie dazu auch:

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann im Hintergrund nimmt einen Schluck von einem Drink. Im Vordergrund stehen vier Flaschen mit alkoholischen Getränken.

© Axel Bueckert / stock.adobe.com

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert